
John Malkovich gewinnt in Venedig den Volpi-Pokal für „Wild Horse Nine“ – im November kommt die CIA-Satire ins Kino
25.09.2026
Chile, 1973, kurz vor dem Militärputsch: Die CIA-Agenten Chris (John Malkovich) und Lee (Sam Rockwell) werden von ihrem Vorgesetzten MJ (Steve Buscemi) von Santiago auf die Osterinsel geschickt. Die beiden langjährigen Partner sollen dort einer Angelegenheit nachgehen, die mit den politischen Vorgängen auf dem chilenischen Festland zusammenhängt.
Zwischen den Moai-Statuen der Insel holen Chris und Lee jedoch auch ihre persönliche Vergangenheit ein. Chris freundet sich mit zwei jungen Studentinnen (Mariana di Girolamo und Ailín Salas) an, die eigene Vorstellungen von ihrer Zukunft haben. Während gleichzeitig Verschwörungen und alte Konflikte ans Licht kommen, gerät der Auftrag zunehmend außer Kontrolle.
„Wild Horse Nine“ ist der fünfte Spielfilm von Martin McDonagh, der erneut Drehbuch und Regie übernahm. Nach „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „The Banshees Of Inisherin“ arbeitet er erneut mit Searchlight Pictures, Blueprint Pictures und Film4 zusammen. Produziert wurde der Film von Graham Broadbent, Pete Czernin, McDonagh und Anita Overland. Zum Ensemble gehören neben John Malkovich, Sam Rockwell und Steve Buscemi unter anderem Mariana di Girolamo, Ailín Salas, Tom Waits und Parker Posey. Für Rockwell ist es nach „7 Psychos“ und „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ bereits die dritte Zusammenarbeit mit McDonagh.

Die Dreharbeiten begannen im März 2025 auf Rapa Nui, wie die Osterinsel in der Sprache der indigenen Bevölkerung heißt. Anschließend wurde in Santiago de Chile weitergedreht; die Aufnahmen endeten am 28. April. Neben dem Stadtzentrum von Santiago und dem Flughafen Arturo Merino Benítez diente unter anderem ein traditioneller Rayuela-Club in der Gemeinde Conchalí als Schauplatz. Für die Aufnahmen auf der Osterinsel arbeitete die Produktion eng mit den örtlichen Behörden und der Rapa-Nui-Gemeinschaft zusammen. „Wild Horse Nine“ ist erst der zweite Spielfilm, der überhaupt auf der Insel gedreht werden durfte. Zuvor entstand dort 1994 Kevin Reynolds’ „Rapa Nui“.
Kameramann Ben Davis arbeitete bereits bei „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „The Banshees Of Inisherin“ mit McDonagh zusammen. Gedreht wurde überwiegend digital mit einer Alexa 35, für ausgewählte Sequenzen kamen zusätzlich 16-mm- und Super-8-Film zum Einsatz. Den Schnitt übernahm Mikkel E. G. Nielsen, die Musik stammt von Carter Burwell, der ebenfalls bereits mehrfach mit McDonagh gearbeitet hat.
Die Handlung spielt vor dem Hintergrund des chilenischen Militärputsches vom 11. September 1973, bei dem der demokratisch gewählte Präsident Salvador Allende gestürzt wurde. McDonagh nutzt die historische Situation allerdings nicht für eine klassische politische Aufarbeitung, sondern stellt zwei CIA-Agenten ins Zentrum, deren persönlicher Konflikt zunehmend mit dem politischen Umfeld kollidiert. Die Weltpremiere fand im Wettbewerb der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig statt.
Der internationale Kinostart von „Wild Horse Nine“ ist für den 6. November 2026 angesetzt.