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26.02.2025
„The Invite“ mit Olivia Wilde, Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton ist eine bitterböse Beziehungskomödie über Fassaden und Entgleisungen.
Wer glaubt, dass ein Abendessen unter Nachbarn nur aus belanglosem Smalltalk besteht, wird in „The Invite“ eines Besseren belehrt. Olivia Wilde verwandelt in ihrer dritten Regiearbeit eine bürgerliche Stadtwohnung in einen emotionalen Boxring. Das Ergebnis ist eine schamlos ehrliche, brutal komische Comedy of Manners, bei der das Star-Ensemble zu absoluter Höchstform aufläuft. Dabei greift man deutlich zu kurz, wenn man den Film bloß als trockenes Kammerspiel abtut – auch wenn sich gute 95 Prozent der Handlung in den vier Wänden von Joe und Angela abspielen. Die Inszenierung nimmt zwar die Theater-DNA der spanischen Vorlage „Sentimental“ (Regie: Cesc Gay) auf, verwandelt die Enge des Raumes auf analogem 35-Millimeter-Material jedoch in ein extrem vitales Kinoerlebnis. Schon die dynamische Split-Screen-Montage zu Beginn (die mal nicht im Wohnzimmer spielt) bricht das Setting clever auf und stimmt auf das ein, was folgt: eine unverschämte Bestandsaufnahme moderner Beziehungsgesellschaften.
Das Setup wirkt zunächst klassisch: Joe (Seth Rogen) und Angela (Olivia Wilde) stecken tief in der Beziehungsroutine, als sie ihre scheinbar makellosen Nachbarn von oben, Pina (Penélope Cruz) und Hawk (Edward Norton), zum gemeinsamen Essen empfangen. Was als spießiges Höflichkeitsritual beginnt, eskaliert rasant zu einem Minenfeld aus verstaubten Kränkungen, gescheiterten Träumen und ungenierten Sexfantasien.

Das Drehbuch von Will McCormack und Rashida Jones hat dabei enormen Biss. „The Invite“ leistet sich keinerlei Durststrecken, sondern bleibt von der ersten bis zur letzten Minute spannend, berührend und schamlos unterhaltsam.
Das eigentliche Kraftzentrum von „The Invite“ ist das hochkarätige Quartett vor der Kamera. Olivia Wilde, Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton harmonieren im Spiel unglaublich gut und agieren mit einer derart spürbaren Spielfreude, dass jede Pointe sitzt.

Die Figuren verkommen dabei nie zu reinen verbalen Hau-drauf-Zielen für billige Lacher; das Skript gesteht ihnen echte emotionale Tiefe und menschliche Schärfe zu. Die Dynamik zwischen den Paaren – sowohl untereinander als auch in der vierköpfigen Konfrontation – ist feinstes schauspielerisches Handwerk.
Fazit: Am Ende stimmt bei „The Invite“ schlichtweg fast alles. Der Film kennt keine Tabus, verweigert sich platten Genre-Klischees und begegnet seinen Figuren mit entwaffnender Ehrlichkeit. Wenn die Fassaden bröckeln und die bürgerlichen Entgleisungen ihren Lauf nehmen, bleibt kein Auge trocken – nicht aus Mitleid, sondern weil diese rhetorische Schlammschlacht bis zur Schmerzgrenze amüsant ist.