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15.06.2026
Mando und Grogu kommen vom Streaming ins Kino – doch „Star Wars: The Mandalorian And Grogu“ wirkt wie eine aufgeblasene Serienfolge ohne cinematografische Magie.
Der kommerzielle Flop „Solo: A Star Wars Story“ brachte die bis dahin scheinbar unaufhaltsame „Star Wars“-Maschinerie 2018 abrupt ins Stocken. Der ein Jahr später veröffentlichte, inhaltlich eher enttäuschende Abschluss der „Skywalker“-Saga konnte den kreativen und kommerziellen Abwärtstrend nicht mehr aufhalten. Dem einst von George Lucas erschaffenen Jahrhundert-Franchise schien die Luft auszugehen. Nach sieben Jahren Kinopause kehrt „Star Wars“ nun zurück – und die Erwartungen an das erste Leinwandabenteuer seitdem könnten kaum größer sein. Mit „Star Wars: The Mandalorian And Grogu“ wagt Regisseur Jon Favreau den Sprung vom Streaming auf die große Leinwand. Das Ergebnis ist ein rastloser Sci-Fi-Unterhaltungsfilm, der zwar immer wieder kurz aufblitzt, aber nie wirklich Feuer fängt: ein Weltraumabenteuer, das trotz enormen Produktionsaufwands kaum cineastische Wucht entfaltet – und dem man in nahezu jeder Szene ansieht, dass es ursprünglich für das Serienformat konzipiert wurde.
Nach dem Fall des Imperiums hält die Galaxis den Atem an. Imperiale Überreste lauern im Verborgenen, während die junge Neue Republik von der Adelphi-Basis aus versucht, Ordnung ins Chaos zu bringen. Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) – der Mandalorianer – arbeitet nun gemeinsam mit Zeb Orellios (Steve Blum) im Auftrag der Republik unter Colonel Ward (Sigourney Weaver) und jagt versprengte Imperiale in den entlegenen Winkeln der Galaxis.
Die Zusammenarbeit mit den berüchtigten Hutten, die ihn zu Kriegsverbrecher Lord Janu Coin (Jonny Coyne) führen soll, erweist sich jedoch als heikel. Din soll Rotta, den Sohn des verstorbenen Jabba den Hutten (Stimme: Jeremy Allen White), als Gegenleistung für eine Information zurückbringen. Gemeinsam mit Grogu reist er deshalb nach Shakari, wo Rotta sich mit Gladiatorenkämpfen über Wasser hält und von Freiheit träumt.

Das grundlegende Problem von „Star Wars: The Mandalorian And Grogu“ ist struktureller Natur: Der Film fühlt sich an wie eine aufgeblähte Serienepisode, nicht wie ein eigenständiges Kinoereignis. Was auf Disney+ als episodisches Erzählen funktionierte – Auftrag, Kampf, neue Information, Wiederholung – offenbart auf der großen Leinwand die dramaturgische Dünnheit des Konzepts. Die Handlung verliert sich in einem gefühlt endlosen Reigen aus Actionszenen, die technisch kompetent inszeniert sind, aber selten echte Spannung erzeugen.
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Denn kein Dauerfeuer aus Laserschüssen und Faustkämpfen ersetzt das, was dem Film wirklich fehlt: Staunen, Überraschung, echte Thrills – die „Star Wars“-Magie fehlt einfach. Immerhin streut Jon Favreau („Iron Man“) stimmungsvolle Echos der Originaltrilogie ein: Die Huttenkultur erinnert an „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, sumpfige Welten wecken Assoziationen zu Dagobah und Lukes Ausbildung bei Yoda, und der Schlussangriff evoziert den klassischen Rhythmus der Raumschlachten aus „Krieg der Sterne“.

Besonders auf dem neongetränkten Shakari blitzt plötzlich eine Cyberpunk-Ästhetik auf, die ebenso unerwartet wie reizvoll wirkt. Doch solche Momente bleiben isolierte Lichtblicke in einem strukturell schwachen Film.
Schmerzhaft ist auch die dezent verschenkte Chemie zwischen Din Djarin und Grogu. Gerade in den ruhigen Momenten – wenn die Waffen schweigen und die Figuren einfach nebeneinander existieren dürfen – zeigt der Film sein eigentliches emotionales Potenzial. Als Zuschauer wartet man regelrecht auf diese Atempausen, weil sie den Figuren endlich Menschlichkeit verleihen. Doch der Film gönnt sich diese Momente viel zu selten.
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Mando selbst durchläuft keinerlei erkennbare Entwicklung; er ist am Ende exakt derselbe wie zu Beginn. Die interessanteste Figur des Films ist ausgerechnet Rotta der Hutte: ein Erbe, der sich aus dem Schatten seines legendären Schurken-Vaters lösen will. Doch auch dieses dramatische Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt.
Technisch hinterlässt der Science-Fiction-Film ebenfalls gemischte Eindrücke. Für ein Produktionsbudget von 166 Millionen Dollar wirken manche CGI-Sequenzen überraschend unfertig – insbesondere in den Eröffnungsszenen. Effekte, die in einer Streamingserie kaum aufgefallen wären, wirken auf der Kinoleinwand stellenweise irritierend billig.
Sigourney Weaver („Avatar: Fire And Ash“), als Colonel Ward prominent beworben, bleibt letztlich ein erweiterter Cameo: drei kurze Auftritte, kaum substanzieller Dialog, keine echte Dynamik mit dem Protagonisten. Ihr Charisma muss kompensieren, was das Drehbuch versäumt zu liefern.

Pedro Pascal („Gladiator II“) liefert hingegen genau das, was man erwartet: eine stoisch-würdevolle Verkörperung des Mandalorianers, der hinter seinem Helm mehr ausdrückt als viele Schauspieler mit unverdecktem Gesicht. „The Bear“-Star Jeremy Allen White („Springsteen: Deliver Me From Nowhere“) verleiht Rotta als Originalstimme eine unerwartete Verletzlichkeit – Arroganz, Unsicherheit und Verzweiflung verschmelzen zu einer Figur, die deutlich mehr Leinwandzeit verdient hätte.
Und Grogu? Er bleibt das emotionale Zentrum des Films, bezaubert und amüsiert – auch wenn sein Charme mittlerweile so kalkuliert eingesetzt wird, dass manche Momente eher wie Fanservice als echte Emotion wirken.
Fazit: „Star Wars: The Mandalorian And Grogu“ ist kein schlechter Film – aber vielleicht ist genau das die größte Enttäuschung: Er bleibt erschreckend mittelmäßig. Die Actionszenen donnern, die Kreaturen wimmeln, die Nostalgie-Momente blitzen auf – doch das Herzstück fehlt: jenes Gefühl von Größe, Magie und Bedeutung, das die besten Kapitel dieser Saga ausgezeichnet hat. Wer mit gedrosselten Erwartungen ins Kino geht und sich von den stillen Momenten zwischen Mando und Grogu berühren lässt, wird ordentlich unterhalten. Wer hingegen auf ein echtes kinematografisches „Star Wars“-Erlebnis hofft, sollte lieber noch einmal die Originaltrilogie aus dem Regal holen.