„Waterworld“: So wurde der Kinoflop doch noch profitabel 20.03.2025

Der Legende nach, die viele unhinterfragt transportieren, ist Kevin Reynolds‘ „Waterworld“ mit Kevin Costner einer der größten Flops aller Zeiten. Das allein ist schon Unsinn, was aber zutrifft: Im Kino machte das Sci-Fi-Abenteuer tatsächlich Verlust, holte diesen aber durch ein ausgesprochen gutes Geschäft mit TV-Verkäufen und Homevideo wieder raus.

Als „Waterworld“ 1995 in die Kinos kam, waren die Erwartungen riesig - aber auch die Bedenken. Mit einem Budget von rund 175 Millionen Dollar (inflationsbereinigt wären das heute 361 Millionen Dollar), dem damals teuersten Film aller Zeiten, stand das Projekt unter enormem Druck. Produktionsprobleme, darunter die Zerstörung der Sets durch Unwetter und ständig steigende Kosten, nährten das mediale Narrativ: Dieser Film war zum Scheitern verurteilt.

Hohe Einspielergebnisse, aber gigantische Kosten

Die Einspielergebnisse schienen dieses düstere Schicksal auf den ersten Blick zu bestätigen. In den USA und Kanada startete „Waterworld“ mit 21,2 Millionen Dollar, am Ende der Kinolaufzeit waren es 88,2 Millionen - nicht schlecht, immerhin Platz 10 in der Jahresbestenliste 1995, aber eigentlich zu wenig für das gigantische Budget. Weltweit kamen am Ende 264 Millionen Dollar zusammen, wobei die bekannte Box-Office-Formel besagt, dass ein Werk etwa das Doppelte des reinen Produktionsbudgets einspielen muss, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Das wären rund 350 Millionen Dollar gewesen.

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Denn bei Großproduktionen dieser Art müssen nicht nur die Produktionskosten gedeckt werden, sondern auch das umfangreiche Marketing, das oft weitere 100 Millionen Dollar oder mehr verschlingt. Zudem gehen die Einnahmen natürlich nicht zu 100 Prozent an die Filmverleiher, sondern auch an die Kinos. Aus diesem Grund wurde „Waterworld“ von vielen als gigantischer Kassenflop abgestempelt. Das Einspielergebnis allein konnte die ehrgeizigen Investitionen kaum rechtfertigen.

„Waterworld“ war ein Blockbuster in Deutschland

Interessanterweise gab es aber auch Regionen, in denen „Waterworld“ ein Riesenerfolg war - allen voran Deutschland. Hier erwies sich der Film mit beeindruckenden 3,02 Millionen Kinobesuchern als absoluter Publikumsmagnet. In einigen internationalen Märkten konnte „Waterworld“ also durchaus Erfolge feiern, auch wenn er, wie bereits erwähnt, in Nordamerika hinter den Erwartungen zurückblieb.

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Kevin Costner, Jeannie Tripplehorn und Tina Majorino in „Waterworld“ (© UIP)
Kevin Costner, Jeannie Tripplehorn und Tina Majorino in „Waterworld“ (© UIP)

Chaos am Set schürt negative Wahrnehmung

Regisseur Kevin Reynolds, der nach „Robin Hood - König der Diebe“ erneut mit seinem Star Kevin Costner („Horizon“) zusammenarbeitete, geriet während der Produktion immer wieder in die Schlagzeilen. Es wurde spekuliert, dass es zwischen dem Regisseur und dem Hauptdarsteller zu Spannungen gekommen sei, vor allem wegen der kreativen Ausrichtung des Films. Diese Probleme hinter den Kulissen nährten das Bild eines chaotischen Projekts.

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Hauptdarsteller Costner, der sich damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere befand, investierte viel Herzblut in „Waterworld“. Die Rolle des wortkargen Antihelden im postapokalyptischen Setting sollte an seine bisherigen Erfolge mit Filmen wie „Der mit dem Wolf tanzt“ anknüpfen, für den er mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Doch ein massiver Hype und negative Berichte über Budget und Produktionsschwierigkeiten überschatteten den Kinostart und ließen Costners Leistung und das innovative Konzept des Films zunächst in den Hintergrund treten.

Erfolgsgeschichte in der Zweitverwertung als Kultfilm

Doch die Geschichte von „Waterworld“ endet nicht an der Kinokasse. Wie so oft im Filmgeschäft lag der Schlüssel zum Erfolg in der Zweitverwertung. Universal Pictures verkaufte die TV- und Videorechte des Films, und hier begann „Waterworld“, seine Kosten wieder einzuspielen. Vor allem in den folgenden Jahren, als der Film auf VHS und DVD veröffentlicht wurde, setzte der eigentliche Umsatzstrom ein. Später folgten Fernsehausstrahlungen und Streaming-Umsätze, die weiterhin für kontinuierliche Einnahmen sorgten. Ein weiterer Faktor für den anhaltenden Erfolg war die Entwicklung eines Kultstatus. Was einst als misslungener Kinofilm galt, fand über die Jahre eine treue Fangemeinde, die den dystopischen Abenteuerfilm zu schätzen wusste. In den Universal Studios entstand sogar die populäre Stuntshow „Waterworld“, die das Werk bei neuen Zuschauergenerationen verankerte.

Ein Flop, der kein Geld verlor

Heute, fast drei Jahrzehnte später, gilt „Waterworld“ nicht mehr als totaler Flop. Im Gegenteil: Der Film ist ein Beispiel dafür, dass ein Blockbuster-Projekt trotz mäßigem Kinostart langfristig profitabel sein kann - und zwar weit über die klassischen Kanäle hinaus. Die vielschichtige Auswertung auf unterschiedlichen Medienplattformen zeigt, dass sich Geduld und kluges Management im Filmgeschäft durchaus auszahlen können. So ist „Waterworld“ der Beweis dafür, dass der Begriff „Flop“ manchmal nur eine Momentaufnahme ist.

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