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04.02.2026
„Juror #2“ erzielt in den USA trotz eines limitierten Kinostarts gute Einspielergebnisse. Clint Eastwoods mutmaßlich letzter Film überzeugt mit starken Kritiken und einer soliden Box-Office-Performance. Doch warum wehrt sich Warner Bros. in Übersee so vehement gegen eine reguläre Kinoauswertung?
Das Gerichtsdrama „Juror #2“, in dem Nicholas Hoult die Hauptrolle eines Geschworenen spielt, der in ein moralisches Dilemma gerät, erweist sich in den US-Kinos trotz limitierter Auswertung als kleiner Erfolg. Obwohl das Projekt, das als letzter Film von Clint Eastwood gehandelt wird, von Warner Bros. USA nur begrenzt unterstützt wird, übertrifft es mit sehr guten Kritiken und soliden Einspielergebnissen die Erwartungen.
Guter Kopienschnitt für „Juror #2“ bei limitiertem Start.
Nach einem Bericht von „Deadline“ hat „Juror #2“ am Eröffnungswochenende (1. bis 3. November) in den USA in 35 Kinos zwischen 260.000 und 275.000 Dollar eingespielt. Das entspricht einem durchschnittlichen Umsatz von rund 7.500 Dollar pro Leinwand, was angesichts des begrenzten Starts eine beachtliche Leistung ist. Der Vergleich mit dem Box-Office-Spitzenreiter „Venom: The Last Dance“, der am Wochenende in 4.131 Kinos 25,9 Millionen Dollar einspielte und damit einen Schnitt von 6.270 Dollar pro Leinwand erzielte, hinkt zwar aufgrund der unterschiedlichen Relationen, gibt aber einen Hinweis darauf, dass „Juror #2“ im Kino durchaus funktioniert.
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Warner Bros. hatte sich zuvor entschieden, wie „Variety“ berichtet, Eastwoods Werk in Nordamerika nicht flächendeckend zu starten und nur in maximal 50 Kinos zu zeigen. Eine Ausweitung der Spielstätten sei nicht geplant. Zudem wolle Warner Bros. keine Box-Office-Zahlen nennen, was sonst üblich ist.
Ordentliches internationales Abschneiden
Auch international zeigt „Juror #2“ eine vorzeigbare Performance. Wie „Variety“ weiter berichtet, hat der mit rund 30 Millionen Dollar moderat budgetierte Film in nur sechs internationalen Märkten, darunter Frankreich, Spanien und Großbritannien, bereits fünf Millionen Dollar eingespielt. Auch dieser bescheidene Erfolg könnte theoretisch dazu führen, dass Warner Bros. seine Entscheidung, den Film nur in limitierter Form zu zeigen, noch einmal überdenkt.
Ein Grund für die vorsichtige Herangehensweise des Majors könnte sein, dass Eastwoods jüngster Film „Cry Macho“ (2021) sowohl bei den Kritikern als auch kommerziell weit hinter den Erwartungen zurückblieb und auch „Richard Jewell“ (2019) zuvor kein Erfolg war. „Cry Macho“ spielte in Nordamerika nur 10,3 Millionen Dollar und weltweit 16,5 Millionen ein - bei einem Budget von 33 Millionen Dollar. Nur wenig besser sehen die Zahlen für „Richard Jewell“ aus: 22,4 Millionen Dollar in Nordamerika, 44,6 Millionen weltweit - bei einem Budget von 45 Millionen Dollar.
Kritikerlob und mögliche Oscar-Chancen
Doch „Juror #2“ schlägt sich besser als erwartet. Mit einem fast perfekten „Certified Fresh“-Rating von 98 Prozent auf Rotten Tomatoes und einer starken Resonanz in den Kinos könnte der Film sogar für die Oscars nominiert werden. Die prominente Besetzung mit Nicholas Hoult, Toni Collette, J.K. Simmons und Kiefer Sutherland trägt zum Erfolg bei. Der hat Film bereits jetzt den höchsten Eröffnungswochenend-Durchschnitt eines Eastwood-Films seit „Sully“ (2016) erreicht.
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Inhaltlich hat Clint Eastwood, dessen Karriere sich dem Ende zuneigt, mit „Juror #2“ einen starken Schlusspunkt gesetzt. Kino-Total.net konnte den Film am Starttag in New York im Kino sehen und bewertet ihn mit 4 von 5 Sternen (=stark). Das Fazit: „Mit dem packenden und vielschichtigen Justiz-Drama ‚Juror # 2‘ beendet Clint Eastwood (aller Voraussicht nach) seine beeindruckende Karriere. Sein letzter Film ist eine Mischung aus klassischem Erzählkino und einem tief moralischen Statement, das lange nachwirkt. Eastwood verabschiedet sich unprätentiös und ohne dramatische Gesten von der Leinwand.“
Warum unterstützt Warner Bros. Clint Eastwood nicht?
Was Warner Bros. wirklich dazu bewogen hat, einen ihrer größten Stars nach 50 Jahren Zusammenarbeit bei seinem mutmaßlich letzten Werk so im Regen stehen zu lassen, bleibt ein Rätsel, vor allem angesichts der soliden Einspielergebnisse des limitierten US-Starts. Clint Eastwood hat es nicht verdient. Über die Gründe kann nur spekuliert werden, da sich Warner Bros. nicht konkret äußert.
Laut „Variety“ erhielt „Juror #2“ im April 2023 grünes Licht von Warner Bros. Die Entscheidung fiel unter der Leitung von Michael De Luca und Pamela Abdy, die im Sommer zuvor die Leitung der Filmabteilung übernommen hatten. Trotz dieser Unterstützung scheint Warner Bros. nun wenig Vertrauen in das kommerzielle Potenzial des Films zu haben. Ein Insider bei Warner Bros. berichtet, dass die Entscheidung, „Juror #2“ überhaupt in die Kinos zu bringen, vor allem eine Geste des Dankes an Eastwood sei.
Der Regisseur und Schauspieler hat dem Studio mit Filmen wie „American Sniper“, „Erbarmungslos“ und „Million Dollar Baby“ nicht nur zahlreiche Auszeichnungen, sondern auch Milliardeneinnahmen beschert. Ursprünglich sei „Juror #2“ nur als Streaming-Auswertung geplant gewesen, heißt es in einem Bericht von „Variety“. „Ist eine derart limitierte Veröffentlichung wirklich das Richtige für eine Ikone, die Warner Bros. seit Jahren die Treue hält?“, fragt ein Insider laut „Variety“.
Hoffnung auf deutsche Auswertung
Am Ende bleiben zwei Hoffnungen: 1) Dass Warner Bros. USA seine Strategie ändert und „Juror #2“ doch noch landesweit auswertet und Eastwood den gebührenden Respekt zollt - unabhängig davon, ob der Film ein echter Hit wird oder nicht. 2) Und auch für Deutschland gibt es noch berechtigte Hoffnungen auf einen flächendeckenden Kinostart.