John Malkovich gewinnt in Venedig den Volpi-Pokal für „Wild Horse Nine“ – im November kommt die CIA-Satire ins Kino

In Venedig wurde John Malkovich für seine Rolle als redseliger CIA-Veteran als bester Darsteller ausgezeichnet. Vor dem deutschen Kinostart am 12. November: Warum die Besetzung von „Wild Horse Nine“ erst im zweiten Anlauf stand und was McDonagh zur ungewollten Aktualität seines Films sagt.

Ein Preis, mit dem die Saison beginnt

Mit „Wild Horse Nine“ hat John Malkovich bei den 83. Filmfestspielen von Venedig den Volpi-Pokal als bester Darsteller gewonnen. Den Goldenen Löwen holte zwar May el-Toukhys „Woman Unknown“, doch für Martin McDonaghs fünften Spielfilm ist die Auszeichnung seines Hauptdarstellers das wichtigere Signal: Malkovich spielt den CIA-Agenten Chris, der auf der Osterinsel mit wachsender Offenheit über seine Vergangenheit im Dienst spricht – bis hin zu einem Präsidentenattentat. Branchenmedien sehen den Film seither im Rennen um die Preise der kommenden Saison. Nominiert war Malkovich bislang zweimal, für „Ein Platz im Herzen“ und „In The Line Of Fire“.

Der Empfang am Lido

Schon die Weltpremiere am 3. September hatte sich angekündigt: Die Vorführung im Wettbewerb wurde mit der ersten großen Standing Ovation des Festivals gefeiert, je nach Zählung 13 oder 14 Minuten lang. Malkovich reagierte auf die Frage nach einer dritten Oscar-Nominierung zurückhaltend – das Schönste sei, dass der Film Aufmerksamkeit bekomme. In der Pressekonferenz beschrieb er ihn als Werk, das mit viel Humor zwei traumatische Ereignisse behandle: die Ermordung John F. Kennedys und den Putsch gegen Salvador Allende.

Eine Besetzung im zweiten Anlauf

Das Ensemble stand nicht von Anfang an fest. Im Februar 2025 waren Sam Rockwell, John Malkovich und Mark Ruffalo angekündigt worden, kurz darauf kam Parker Posey dazu. Kurz vor Drehbeginn auf Rapa Nui stieg Ruffalo aus; im März 2025 übernahm Steve Buscemi seinen Part als Bürochef MJ, der die beiden Agenten von Santiago auf die Insel schickt.

„Es wird immer dümmer“

Martin McDonagh („The Banshees Of Inisherin“) betonte in Venedig, er habe den Film über Chile im Jahr 1973 geschrieben und gedreht, nicht als Kommentar zur Gegenwart. Die Parallelen zu heutiger amerikanischer Außenpolitik seien nicht beabsichtigt gewesen, stellten sich aber fast zwangsläufig ein, wenn man sich auf das Thema einlasse. Erschreckend finde er, dass solche Einmischungen heute kaum noch verdeckt stattfänden – die Dinge würden „immer dümmer“.

Start in Deutschland

„Wild Horse Nine“ startet am 12. November 2026 im Verleih von Walt Disney in den deutschen Kinos, knapp eine Woche nach dem Start in den USA und Großbritannien am 6. November. Zuvor läuft das Werk noch beim Filmfest Hamburg Anfang Oktober. Neben Malkovich, Rockwell und Buscemi spielen Tom Waits, Parker Posey, Mariana di Girolamo und Ailín Salas. Eine FSK-Freigabe steht noch aus. Alles zu Handlung, Dreh und Team steht auf unserer Filmseite zu „Wild Horse Nine“.

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