Vergessene Filmperlen: „No Way Out – Es gibt kein zurück“ (1987) 04.12.2024

In der Flut von neuen Blockbustern und Streaming-Highlights geraten viele großartige Filme der Vergangenheit in Vergessenheit. Unsere Artikel-Reihe „Vergessene Filmperlen“ möchte diesen Werken neues Leben einhauchen und sie wieder ins Rampenlicht rücken. Ob es sich um packende Thriller, bewegende Dramen oder innovative Filmkunst handelt – hier stellen wir Euch Filme vor, die ihrer Zeit voraus waren, heute jedoch oft übersehen werden. Heute: „No Way Out – Es gibt kein zurück“ von Regisseur Roger Donaldson mit Kevin Costner und Gene Hackman.

Handlung

In „No Way Out – Es gibt kein zurück“ (1987) von Roger Donaldson gerät der Marineoffizier Tom Farrell (Kevin Costner) in eine gefährliche politische Intrige, als er eine Affäre Susan Atwell (Sean Young) beginnt – der Geliebten des US-Verteidigungsministers David Brice (Gene Hackman). Als Susan ermordet wird, und die Umstände ihres Todes vertuscht werden sollen, wird Farrell beauftragt, den vermeintlichen „russischen Spion“ zu finden, der für den Mord verantwortlich gemacht wird. Unwissend, dass er selbst im Fokus der Ermittlungen steht, kämpft Farrell gegen die Zeit, um seine Unschuld zu beweisen, während er immer tiefer in ein Netz aus Lügen und Verrat gerät.

Historischer und kultureller Kontext

„No Way Out“ wurde in einer Zeit produziert, als politische Thriller und Spionagegeschichten besonders populär waren, vor allem im Kontext des Kalten Krieges. Der Film reflektiert die Ängste jener Ära, in der die Bedrohung durch sowjetische Spione allgegenwärtig war. Gleichzeitig spiegelt er die zunehmende Skepsis gegenüber staatlichen Institutionen und politischen Machenschaften wider, die in den 1980er Jahren weit verbreitet war.

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Produktionsgeschichte

Der vielseitige Roger Donaldson („Thirteen Days“, „Dante’s Peak“) inszenierte „No Way Out“ als cleveren, spannungsgeladenen Thriller, der auf dem Film „The Big Clock“ (1948) basiert. Mit Kevin Costner in der Hauptrolle, der kurz vor seinem endgültigen Durchbruch als Hollywoodstar stand, sowie den erfahrenen Schauspielern Gene Hackman („The French Connection“) und Sean Young („Blade Runner“), gelang es Donaldson, eine packende Geschichte zu erzählen, die von politischem Verrat, persönlichen Konflikten und dem Spiel mit Identitäten geprägt ist. Besonders der Einsatz der damals neuartigen Computertechnik in der Schlussszene des Films machte „No Way Out“ zu einem hochmodernen Thriller seiner Zeit.

Kevin Costner und Gene Hackman in „No Way Out“ (© 20th Century Fox)
Kevin Costner und Gene Hackman in „No Way Out“ (© 20th Century Fox)

Rezeption

Bei seiner Veröffentlichung wurde „No Way Out“ von Kritikern gelobt, insbesondere für seine wendungsreiche Handlung und die starke Leistung von Kevin Costner. Der Film konnte auch kommerziell weitgehend überzeugen und verhalf Costner zu seinem Status als einer der gefragtesten Schauspieler Hollywoods. Die Spannungsmomente und die unvorhersehbaren Wendungen, insbesondere im letzten Drittel des Films, wurden von vielen als besonders effektiv hervorgehoben. Roger Ebert lobte „No Way Out“ als „einen der besten Thriller der 80er Jahre“, vor allem wegen der Komplexität der Handlung und der intensiven schauspielerischen Leistungen.

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Einfluss und Vermächtnis

„No Way Out“ wird als einer der raffiniertesten politischen Thriller der 1980er Jahre angesehen. Der Film wurde zu einer Blaupause für spätere Thriller, die sich mit staatlichen Verschwörungen und Spionage beschäftigten. Besonders die clever aufgebaute Spannung und das überraschende Ende beeinflussten eine ganze Reihe von Filmemachern, die in den kommenden Jahrzehnten ähnliche Themen aufgriffen. „No Way Out“ bot außerdem einen Einblick in den wachsenden Einfluss der Technologie auf staatliche Ermittlungsprozesse, was den Film modern und relevant für seine Zeit machte.

Kritische Analyse

Regie: Roger Donaldson gelingt es, die Spannung durch geschicktes Timing und eine präzise Inszenierung kontinuierlich zu steigern. Der Film ist ein Paradebeispiel für ein narratives Katz-und-Maus-Spiel, das mit den Erwartungen der Zuschauer spielt und die Spannung bis zur letzten Szene hält. Donaldson versteht es meisterhaft, die klaustrophobische Atmosphäre innerhalb der Regierungseinrichtungen und der politischen Maschinerie zu erzeugen.

Sean Young und Kevin Costner in „No Way Out“ (© 20th Century Fox)
Sean Young und Kevin Costner in „No Way Out“ (© 20th Century Fox)

Drehbuch: Das Drehbuch, basierend auf einem Roman von Kenneth Fearing, besticht durch seine dichte Erzählweise und die ausgeklügelte Verzahnung von Intrigen, Verrat und persönlichen Konflikten. Besonders die scharfen Dialoge und die intelligente Struktur, die auf einem doppelten Spiel der Identitäten beruht, verleihen dem Film seine Tiefe. Die Enthüllungen und Wendungen wirken nie erzwungen, sondern fügen sich organisch in die Handlung ein.

Kameraarbeit: John Alcott, der für seine Arbeit mit Stanley Kubrick bekannt ist, fängt die kühle und zugleich bedrohliche Atmosphäre perfekt ein. Besonders die Szenen in den engen Fluren der Regierungsgebäude und die hektischen Verfolgungsjagden durch die Straßen von Washington D.C. tragen zur intensiven Atmosphäre des Films bei. Alcott nutzt Licht und Schatten gekonnt, um die moralischen Grauzonen der Charaktere visuell zu unterstreichen.

Musik: Der Soundtrack von Maurice Jarre verstärkt die Spannung und unterstützt die emotionale Intensität des Films. Jarres Musik, die sowohl melancholische als auch bedrohliche Elemente verbindet, passt hervorragend zur düsteren und unvorhersehbaren Handlung.

Schauspiel: Kevin Costner liefert eine starke und nuancierte Leistung ab, die sowohl die Verletzlichkeit als auch die Entschlossenheit seines Charakters zeigt. Gene Hackman brilliert als manipulativer Verteidigungsminister, der in seinem eigenen Netz aus Lügen gefangen ist. Sean Youngs Darstellung der verführerischen Susan fügt der Geschichte eine tragische Dimension hinzu, während Will Patton als eiskalter Handlanger brilliert.

Warum ist der Film heute vergessen?

Obwohl „No Way Out“ zu seiner Zeit ein Erfolg war, ist der Film heute weitgehend in Vergessenheit geraten, möglicherweise weil politische Thriller dieser Art in den vergangenen Jahren weniger populär geworden sind. Zudem gerieten Kevin Costners spätere, größere Erfolge in den Vordergrund, während „No Way Out“ eher als ein Sprungbrett in seiner Karriere betrachtet wird.

Warum sollte man den Film heute noch sehen?

„No Way Out“ ist ein spannender und wendungsreicher Thriller, der sowohl politische als auch persönliche Intrigen auf spannende Weise verbindet. Die brillanten schauspielerischen Leistungen und das unerwartete Ende machen ihn zu einem Klassiker des Genres, der es verdient, wiederentdeckt zu werden. Wer nach einem intelligenten Thriller sucht, der geschickt Spannung aufbaut und das Publikum bis zur letzten Minute fesselt, sollte „No Way Out“ definitiv auf seine Liste setzen.

| FILMSTATISTIK

Filmtitel und Jahr Deutscher Start Einnahmen Nordamerika Einnahmen weltweit Besucher Deutschland Budget
No Way Out (1987) 03.03.1988 35,5 Millionen Dollar - 303.285 15 Millionen Dollar

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