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04.02.2026
Mit „Ein Glücksfall“ wollte Regielegende Woody Allen noch einmal in den deutschen Kinos angreifen, doch die Resonanz ist sehr verhalten. Nur knapp 11.000 Zuschauer lösten am Startwochenende eine Kinokarte für den romantischen Thriller.
Die Karriere von Woody Allen ist so gut wie vorbei - der ewige Großstadtneurotiker wurde gecancelt, hinweggespült von der #MeToo-Welle, in deren Verlauf seine Tochter Dylan Farrow Missbrauchsvorwürfe erneuerte, die Allen seit jeher strikt zurückgewiesen hat. Das hat zur Folge, dass der heute 88-jährige New Yorker seit einigen Jahren in den USA keine Finanzierung mehr für seine Filme bekommt. Mit seinem 50. Kinofilm „Ein Glücksfall“ (Originaltitel: „Coup De Chance“) versuchte Allen noch einmal das große Comeback mit Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig (im Sommer 2023), doch sein Name ist verbrannt, wie die Zahlen an den Kinokassen zeigen - trotz der besten Kritiken seit „Blue Jasmin“ (2013), seinem bislang letzten herausragenden Werk.
Woody Allen verpasst mit „Ein Glücksfall“ die Top 10
Zum Deutschlandstart schickte der Verleih Weltkino „Ein Glücksfall“ in 83 Kinos, die laut „InsideKino.de“ insgesamt knapp 11.000 Besucher anziehen konnten - am Wochenende vom 11. bis 14. April 2024. Das reichte am Ende nur für Platz 13, der Kopienschnitt ist mit 131 Besuchern pro Kino der siebtbeste des Wochenendes und immerhin etwas besser als die Gesamtplatzierung. Für einen kleinen Arthouse-Hit reichen die Zahlen trotzdem nicht.
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Allen drehte übrigens zum ersten Mal in einer anderen Sprache als Englisch, denn „Ein Glücksfall“ wurde auf Französisch mit französischer Besetzung gedreht. Schließlich war der Filmemacher in dem Land, in dem man das Kino so sehr liebt, schon immer sehr erfolgreich. Für diesen Film gilt das jedoch nicht. „Ein Glücksfall“ erwirtschaftete rund eine Million Dollar, das entspricht gut 100.000 Besuchern. Bei einem Budget von rund 10 Millionen Dollar spielte Allens Jubiläumswerk weltweit bisher 7,4 Millionen ein.
Allens Vorgänger „Rifkin's Festival“ hatte in Deutschland 2022 (zwei Jahre nach Abschluss der Produktion) nur einen kleinen Start und holte dort knapp 4.000 Besucher. Sein bisher letzter regulärer US-Film „A Rainy Day In New York“ (2019) kam auf 81.000 Zuschauer.
Woody Allens Karriereende naht
Ob Woody Allen unter diesen Umständen, wo ihm die Filmindustrie die Unterstützung verweigert und beim Publikum nur noch die absoluten Die-Hard-Fans ins Kino kommen, seine Karriere fortsetzen kann, ist sehr fraglich. Gegenüber „Variety“ sagte der Altmeister: „Ich dachte mir, das ist mein 50. Film und ich muss mich entscheiden, ob ich noch mehr Filme machen will.“ In einem weiteren Interview mit „Air Mail“ ergänzte er: „Ich bin unschlüssig. Ich will nicht losziehen und Geld sammeln. Das ist mir zu anstrengend. Aber wenn jemand anruft und sagt, wir wollen den Film unterstützen, dann würde ich es ernsthaft in Erwägung ziehen. Ich hätte wahrscheinlich nicht die Kraft, nein zu sagen, weil ich so viele Ideen habe.“