Nach Flop von „Madame Web“ steht Sonys „Spider-Man“-Universum vor dem Kollaps 22.02.2024

Sonys Superhelden-Flop „Madame Web“ hat weitreichende Folgen – es ist mehr als nur ein weiterer enttäuschender Auftritt eines Comic-Films an den Kinokassen. Denn das kommerzielle Desaster stellt eine neue Filmreihe auf den Prüfstand.

Der Trailer-Buzz war in den USA ebenso schwach wie die Vorverkaufszahlen für Kinokarten. Als eine Woche vor dem Kinostart von „Madame Web“ (mit Isabela Merced, Celeste O’Connor und Sydney Sweeney) im Februar die Kritiken erschienen, war für Verleiher Sony auch der letzte Funke Hoffnung erloschen – der Comic-Actioner war kommerziell „dead on arrival“. Das „Spider-Man“-Spin-off erhielt die niedrigste durchschnittliche Rotten Tomatoes-Bewertung (13 Prozent!) eines großen Superheldenfilms seit fast einem Jahrzehnt. „Am Mittwochabend konnte man tatsächlich sehen, wie die Vorverkaufszahlen in Echtzeit sanken, während Käufer ihre Tickets zurückgaben“, zitiert der „Hollywood Reporter“ einen Manager einer großen Kinokette.

Bitterer Kinostart für „Madame Web“ in den USA und Deutschland

„Madame Web“ (Budget: 80 Millionen Dollar) legte einen der schwächsten Starts in der Hollywood-Geschichte für einen Film hin, der auf einer Marvel-Figur basiert. In Nordamerika wurden nach der Eröffnung am Valentinstag in den ersten sechs Tagen nur 26,2 Millionen Dollar eingespielt. International generierte das Werk von Regisseur S. L. Clarkson in 61 Märkten magere 25,7 Millionen Dollar.

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Auch in Deutschland lief es nicht besser. Zum Start landete „Madame Web“ mit 94.000 Besuchern (128.000 inklusive Previews) nur auf Platz 6 der deutschen Kinocharts. Derzeit steuert der Film auf ein schwaches Endergebnis von rund 300.000 Besuchern zu.

Nach einer Reihe von Superhelden-Flops („The Flash“, „Shazam! Fury Of Gods“, „The Marvels“) im Jahr 2023 stellt dieser erneute Tiefschlag die konzeptionelle Planung von DC, Marvel und auch Sony ernsthaft in Frage.

Sonys vorheriger „Spider-Man“-Universe-Film „Morbius“ (2022) war zwar ein Kritikerflop, spielte aber immerhin weltweit 167 Millionen Dollar ein (bei einem Budget von 75 Millionen Dollar) und machte in der Kinoauswertung einen kleinen Gewinn. Diese Hoffnung besteht für „Madame Web“ nicht – trotz des für einen Superheldenfilm überschaubaren Budgets von 80 Millionen Dollar. Das angestrebte „Madame Web“-Franchise ist damit schon wieder Geschichte (im Film gibt es Querverweise auf Spider-Man). „Wir werden in den nächsten zehn Jahren keinen weiteren ‚Madame Web‘-Film sehen“, scherzte ein Branchenveteran gegenüber dem „Hollywood Reporter“.

„Madame Web“ verschärft Superheldenmüdigkeit

„Madame Web“ setzt damit einen für die Traumfabrik beunruhigenden Trend im Superhelden-Genre fort. Alle Comicfilme des vergangenen Jahres blieben hinter den Erwartungen zurück (mit Ausnahme von Marvels „Guardians Of The Galaxy Volume 3“), egal von welchem Studio. Eine Superheldenmüdigkeit zeichnet sich ab, auch wenn die Branche dieses Phänomen nur widerwillig akzeptieren will. Und das zu einer Zeit, in der Marvel, DC und Sony alle versuchen, neue Franchises zu schaffen. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt!

„Wir befinden uns in einer Übergangsphase, was Superheldenfilme betrifft“, bemerkt der Insider des „Hollywood Reporter“. „Ich weiß nicht, wie groß dieser Übergang sein wird oder wie die andere Seite aussehen wird. Es könnte weniger Filme geben, dafür aber größere Marken.“

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In diesem Jahr werden mit „Kraven The Hunter“ (deutscher Kinostart: 30.08.2024) und „Venom 3“ (deutscher Kinostart: 08.11.2024) noch zwei weitere Filme aus dem „Spider-Man“-Universum erwartet. „Madame Web“ ist nach „Venom“ (2018), „Venom: Let There Be Carnage“ (2021) und „Morbius” (2022) der vierte Film aus diesem neuen Nebenuniversum. Ob dann noch geplante Projekte wie „The Sinister Six“, „Nightwatch“ oder „Jackpot“ das Licht der Leinwand erblicken werden, steht in den Sternen.

Hollywood vor großen Herausforderungen

Der Flop von „Madame Web“ zeigt einmal mehr, dass es eine große Herausforderung ist, im Superheldengenre neue Geschichten zu erzählen und die Balance zwischen Innovation und den Erwartungen der Fans zu halten. Es bleibt abzuwarten, wie Sony und andere Studios auf diese Enttäuschung reagieren und wie sich dies auf zukünftige Projekte im Superheldengenre auswirken wird. Die Branche steht vor der Herausforderung, weiterhin frische und fesselnde Inhalte zu liefern und gleichzeitig den Bedürfnissen eines immer anspruchsvolleren Publikums gerecht zu werden.

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