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04.02.2026
Francis Ford Coppolas großer Comebackversuch „Megalopolis“ steht vor einem Riesenproblem. Denn das ehrgeizige Projekt der Regielegende kämpft nach der ersten Sichtung durch Studiobosse mit Skepsis der Filmindustrie. Welche Wendungen wird das Schicksal für dieses jetzt schon umstrittene Werk nehmen?
Francis Ford Coppolas lang erwartetes und vielleicht letztes Projekt „Megalopolis“ steht vor einer Herausforderung, die selbst für den legendären Regisseur beispiellos ist. Trotz einer topbesetzten internen Hollywood-Vorführung, an der hochrangige Persönlichkeiten der Filmindustrie teilnahmen, darunter NBCUniversal-Chefin Donna Langley und Sony-Präsident Tom Rothman, scheint die Zukunft des Sci-Fi-Dramas mit Adam Driver, Shia LaBeouf, Forest Whitaker, Jon Voight, Aubrey Plaza und Dustin Hoffman ungewiss, wie „The Hollywood Reporter“ berichtet. Das von Coppola mit 120 Millionen Dollar selbstfinanzierte Epos, in dem eine Stadt nach ihrer Zerstörung wieder aufgebaut wird, gilt einigen Brancheninsidern als zu experimentell und nicht kommerziell genug. Die Reaktionen nach der geheimen Branchenvorführung am 28. März 2024 waren sehr gemischt und die Suche nach einem Verleiher für die Kinoauswertung gestaltet sich äußerst schwierig. Einige Zuschauer waren regelrecht schockiert.
„Megalopolis“ zu sperrig für die Vermarktung
„Es gibt einfach keinen Weg, diesen Film zu positionieren“, schimpft ein Brancheninsider laut „The Hollywood Reporter“. „Alle drücken Francis die Daumen und fühlen sich nostalgisch. Aber es gibt auch die geschäftliche Seite“, fügt ein anderer hinzu. Ein dritter Zuschauer bemerkte „eine auffällige Stille am Ende der Vorführung“, wollte den Film aber nicht als gescheitert abtun.
Coppolas Karriere war nach seinen drei Über-Meisterwerken „Der Pate“ (1972), „Der Pate II“ (1979) und „Apocalypse Now“ (1979) ins Stocken geraten. Seinen bislang letzten kommerziellen Erfolg feierte der heute 84-Jährige 1992 mit „Bram Stoker’s Dracula“. Coppola, der seit 1983 an dem Mammutprojekt „Megalopolis“ arbeitete, hoffte nach der brancheninternen Vorführung auf eine baldige Veröffentlichung. Doch die Skepsis in der Branche ist groß, potenzielle Partner zögern, sich auf das Projekt einzulassen. Trotz des Interesses einiger großer Studios wie Warner Bros., Disney und Netflix bleibt die Skepsis gegenüber dem Film bestehen. Einige potenzielle Partner haben bereits abgesagt, und selbst eine negative Übernahme, bei der das Studio den Film einfach aufkauft, scheint unwahrscheinlich.
Das Studio müsste ein sehr hohes Risiko eingehen
Die Zukunft von „Megalopolis“ hängt nun davon ab, ob ein Studio bereit ist, ein sehr hohes Risiko einzugehen und erhebliche Mittel für Marketing und Vertrieb bereitzustellen. Doch viele befürchten, dass der Film zu abstrakt und anspruchsvoll ist, um ein breites Publikum anzusprechen. Die Kritik ist gespalten: Während die einen den visionären Charakter des Films loben, bemängeln andere seine Unzulänglichkeit.
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Diese Schwerfälligkeit des Films führt zu ernsthaften Vermarktungsproblemen. Für einen Film dieser Budgetgröße schätzen Brancheninsider die notwendige Marketingkampagne auf 40 Millionen Dollar allein für Nordamerika und 80 bis 100 Millionen Dollar weltweit. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Verleih Geld in die Hand nimmt und in der ersten Position bleibt, um sowohl die Marketing- als auch die Verleihkosten wieder hereinzuholen“, sagt ein Verleihveteran. „Wenn Coppola bereit wäre, das Geld für das Marketing aufzubringen oder die Ausgaben abzusichern, gäbe es meiner Meinung nach viel mehr Interessenten.“
„Megalopolis“ - Zukunft ungewiss, aber Start in Cannes
Es bleibt abzuwarten, wie es mit „Megalopolis“ weitergeht. Wird Coppolas experimentelles Werk einen Verleih finden und sich als bahnbrechendes Meisterwerk erweisen? Oder wird er als ambitioniertes, aber gescheitertes Experiment in die Filmgeschichte eingehen? Die Antwort liegt in der Zukunft der Filmindustrie und in den Entscheidungen der Studios, die das Schicksal dieses umstrittenen Projekts bestimmen werden.
Immerhin hat Coppola einen ersten Schritt getan. Sein „Megalopolis“ wird am 17. Mai 2024 bei den renommierten Filmfestspielen in Cannes seine Weltpremiere feiern - und dort hoffentlich auch einen Verleih finden.