Kino-Umsatz sinkt um elf Prozent – aber Ausblick auf zweites Halbjahr macht Hoffnung 23.08.2024

Keine guten Nachrichten für die deutsche Filmwirtschaft: Im ersten Halbjahr 2024 sanken die Kinoticket-Verkäufe in Deutschland um 7,3 Prozent, der Umsatz sogar um elf Prozent. Die Filmförderungsanstalt bewertet den Rückgang dennoch als moderat.

Im ersten Halbjahr 2024 wurden in den deutschen Kinos knapp 42 Millionen Tickets verkauft, was einem Umsatz von 403,5 Millionen Euro entspricht. Das gab die Filmförderungsanstalt (FFA) in einer Studie bekannt. Diese Zahlen bedeuten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 7,3 Prozent bei den Ticketverkäufen und 11,3 Prozent bei den Einnahmen. Der Umsatzrückgang wird von der FFA auf einen geringeren Anteil an überlangen und 3D-Filmen zurückgeführt. Trotz des allgemeinen Rückgangs konnten die Top-Ten-Filme des ersten Halbjahres, darunter auch zwei deutsche Produktionen, jeweils über eine Million Besucher verzeichnen.

Kinobestand bleibt stabil

Die Anzahl der Kinos und Leinwände in Deutschland blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Auch der durchschnittliche Eintrittspreis ist auf unter zehn Euro gesunken, was den Kinobesuch als niederschwelliges Kulturangebot attraktiv hält. Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA), kommentierte die Ergebnisse des ersten Halbjahres: „Die positive Überraschung ist im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2023 diesmal leider ausgeblieben.“

Gründe für den Rückgang

Laut Dinges sei der Rückgang der Ticketverkäufe jedoch angesichts der Folgen des Hollywoodstreiks und des Mangels an publikumsstarken Filmen als moderat zu betrachten. „Zwar fehlten Filme wie ‚Avatar: The Way Of Water‘ oder ‚Der Super Mario Bros. Film‘ mit jeweils mehr als fünf Millionen Besuchen“, erklärte Dinges, „aber unter anderem mit ‚Dune: Part Two‘ und nicht zuletzt ‚Chantal im Märchenland‘ hatten wir durchaus starke Filme in den Kinos.“

Tom Schilling und Karoline Herfurth in „Eine Million Minuten“ (© Warner Bros.)
Tom Schilling und Karoline Herfurth in „Eine Million Minuten“ (© Warner Bros.)

Wachsende Vielfalt im deutschen Kino

Dinges hob die zunehmende Diversität in der deutschen Filmlandschaft hervor. Produktionen wie „Chantal im Märchenland“, die Themen wie Buntheit, Feminismus und Queerness behandeln, sowie „Eine Million Minuten“, der gängige Klischees hinterfragt, zeigen die Bandbreite moderner deutscher Filme. Auch der Film „Sterben“, der 170.000 Besucher anzog und mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, unterstreicht laut Dinges die künstlerische Vielfalt und Modernität des deutschen Films.

Optimistischer Ausblick für das zweite Halbjahr

Trotz des Rückgangs blickt die Filmförderungsanstalt optimistisch auf das zweite Halbjahr 2024. Dinges äußerte sich hoffnungsvoll: „Mit Filmen wie ‚Ich – Einfach unverbesserlich 4‘, ‚Deadpool & Wolverine‘ sowie dem bereits im Juni gestarteten ‚Alles steht Kopf 2‘ haben wir vielversprechende Blockbuster in Aussicht.“ Auch potenzielle deutsche Hits wie „Die Schule der magischen Tiere 3“, „Woodwalkers“ und „Hagen – Im Tal der Nibelungen“ könnten laut Dinges das Interesse der Kinobesucher wecken.

Besucher-Top-10 Deutschland: Januar bis Juni 2024 laut FFA:

Platz Filmtitel Start Besucher
1 Dune: Part Two 29.02.2024 3.124.201
2 Chantal im Märchenland 28.03.2024 2.705.551
3 Alles steht Kopf 2 12.06. 2.564.801
4 Kung Fu Panda 4 14.03.2024 1.758.672
5 Raus aus dem Teich 21.12.2023 1.742.555
6 Wo die Lüge hinfällt 18.01.2024 1.575.933
7 Ella und der schwarze Jaguar 01.02.2024 1.118.055
8 Wonka 07.12.2023 1.115.308
9 Eine Million Minuten 01.02.2024 1.115.005
10 Garfield - Eine extra Portion Abenteuer 09.05.2024 1.017.769

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