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04.02.2026
Mit großen Erwartungen gestartet, entwickelt sich das Comic-Action-Musical „Joker: Folie à Deux“ zum Kinokassen-Desaster und könnte Warner Bros. nach Schätzungen von Analysten einen Verlust von 125 bis 200 Millionen Dollar bescheren. Die umstrittene Fortsetzung bleibt weit hinter den Erwartungen zurück.
„Joker: Folie à Deux“, das von den Fans mit Hochspannung erwartete Sequel des mega-erfolgreichen Milliarden-Blockbusters „Joker“ aus dem Jahr 2019, entpuppt sich als gigantische finanzielle Enttäuschung. Nachdem der erste „Joker“-Solo-Film bei einem Budget von 55 Millionen Dollar weltweit sensationelle 1,08 Milliarden Dollar eingespielt hatte, hoffte Warner Bros. auf einen weiteren Riesenerfolg.
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Eigentlich war die Fortsetzung ein Selbstläufer. Doch zwei Wochen nach dem Kinostart spielte das Sequel weltweit nur 165 Millionen Dollar ein, davon 51,5 Millionen in den USA und Kanada. Zum Vergleich: „Joker“ hatte bereits nach drei Tagen 96,2 Millionen Dollar in Nordamerika und 248,4 Millionen Dollar weltweit generiert.
In Deutschland startete „Joker 2“ mit 351.000 Besuchern beziehungsweise 422.000 inklusive Previews ebenfalls verhalten. Nach elf Spieltagen wurden bislang 600.000 Kinokarten verkauft. Dass der Film die Millionenmarke knacken wird, ist aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich. „Joker“ lockte 2019 noch 4,30 Millionen Menschen in die deutschen Kinos. Der Vergleich offenbar bittere Zahlen.
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125 bis 200 Millionen Dollar Verlust
Experten prognostizieren laut „Variety“, dass „Joker: Folie à Deux“ am Ende seiner Kinolaufzeit voraussichtlich nur 65 Millionen Dollar in den USA und weltweit zwischen 210 und 215 Millionen Dollar einspielen wird. Dies ist besonders problematisch, da die Produktionskosten auf 200 Millionen Dollar geschätzt werden und weitere 100 Millionen Dollar für Marketing und Vertrieb anfallen. Insgesamt müsste das Werk mindestens 450 Millionen Dollar einspielen, um die Kosten auszugleichen - eine Marke, die er bei weitem nicht erreichen wird.

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Quellen bei Warner Bros. sprechen sehr optimistisch von einer Gewinnschwelle von 375 Millionen Dollar - aber selbst das ist meilenweit vom prognostizierzen Endergebnis entfernt. Ein Brancheninsider sagte „Variety“: „Es ist wahrscheinlich, dass der Film seinen Investoren mehr als 200 Millionen Dollar Verlust einbringen wird.“ Eine andere Quelle schätzt den Verlust moderater auf mindestens 125 Millionen Dollar.
Kritik und schwache Zuschauerzahlen belasten „Joker: Folie à Deux“
„Joker: Folie à Deux“ wurde nicht nur an den Kinokassen enttäuschend aufgenommen, sondern kassierte auch schlechte Kritiken. Bei Rotten Tomatoes erhielt der Film nur 33 Prozent, bei CinemaScore, dem Publikumsrating, die seltene und katastrophale Bewertung „D“. Diese Bewertungen spiegeln eine negative Resonanz wider, die den hohen Erwartungen an die Fortsetzung nicht gerecht wird.
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Warner Bros. widerspricht diesen pessimistischen Prognosen jedoch entschieden. Ein Sprecher des Studios betonte: „Alle Einschätzungen von anonymen ‚Insidern‘ oder ‚rivalisierenden Managern‘ sind völlig falsch. Der Film läuft weiterhin in den Kinos, einschließlich des bevorstehenden Kinostarts in China, und wird auch nach dem Kinostart über Streaming und digitale Plattformen Einnahmen generieren.“
Hohe Produktionskosten und Musical-Fehlentscheidung
Ein wesentlicher Faktor für die schlechten finanziellen Aussichten von „Joker: Folie à Deux“ sind die immensen Produktionskosten. Allein die Gagen für Regisseur Todd Phillips („Hangover“) und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix („Napoleon“) beliefen sich auf jeweils 20 Millionen Dollar. Lady Gaga („House Of Gucci“), die als Harleen Quinzel, auch bekannt als Harley Quinn, mitspielte, verdiente zwölf Millionen Dollar. Trotz dieser Starbesetzung konnte der Film nicht das gleiche Publikum begeistern wie sein Vorgänger.

David A. Gross, Analyst bei Franchise Entertainment Research, analysiert den Misserfolg folgendermaßen: „Die erste ‚Joker‘-Verfilmung war ein düsteres, realistisches Drama, das sich von der üblichen Superhelden-Formel abhob und zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt kam. ‚Folie à Deux' hingegen hat mit seinem Musical-Charakter viele Fans abgeschreckt.“ Die Fortsetzung enthält zahlreiche Musik- und Tanzeinlagen, darunter Interpretationen von „That’s Life“ und „For Once in My Life“, die das Publikum offenbar nicht so begeistern konnten wie das düstere Original.
Wie „Variety“ zuvor schon berichtet hatte, wollte Regisseur Phillips während der Dreharbeiten „nichts mit DC zu tun haben“. Er verweigerte jegliche Kommunikation mit DC-Koordinator James Gunn oder den Warner-Bros.-Chefs Michael De Luca und Pam Abdy. Nun steht das Studio vor einem Scherbenhaufen.
„Joker: Folie à Deux“ folgt Flops „Aquaman: The Lost Kingdom“ und „The Marvels“
„Joker 2“ reiht sich in die Liste gescheiterter Comic-Sequels ein Die schwachen Einspielergebnisse von „Joker: Folie à Deux“ sind kein Einzelfall. Auch andere Comic-Fortsetzungen wie „Aquaman: Lost Kingdom“ und „The Marvels“ schnitten zuletzt unter den Erwartungen („Aquaman 2“) oder gar katastrophal („The Marvels“) ab. Diese Filme, die Fortsetzungen von Milliarden-Dollar-Erfolgen waren, konnten das Publikum nicht erneut in die Kinos locken. So spielte „Aquaman 2“ weltweit nur 439 Millionen Dollar ein, während „The Marvels“ bei 206 Millionen Dollar stagnierte.
„Das Publikum verlangt mittlerweile mehr als nur den Namen eines Superhelden im Titel“, sagt ein Insider aus der Filmindustrie. „Früher garantierten Comic-Adaptionen gewisse Einnahmen am Eröffnungswochenende, aber heute gibt es keine Garantien mehr. Toleranz für mittelmäßige Filme existiert einfach nicht mehr.“