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04.10.2026
Die Queen, Golda Meir, Alma Reville – und jetzt die Erfinderin von Tom Ripley. Helen Mirren nennt Patricia Highsmith die schwierigste reale Person, die sie je gespielt hat. Bevor Anton Corbijns Thriller im November startet, holt sie sich beim Filmfest Hamburg den Douglas-Sirk-Preis ab.
Helen Mirren hat eine ganze Galerie realer Frauen verkörpert – von Elizabeth II., für die sie den Oscar erhielt, über Golda Meir (in „Golda – Israels Eiserne Lady“) bis zu Hitchcocks Ehefrau Alma Reville. Patricia Highsmith sei davon wohl die schwierigste gewesen, sagte die 81-Jährige beim Filmfestival in Toronto im Studio des „Hollywood Reporter“. Die Begründung ist bemerkenswert offen: Mit der Queen habe sie sich bis zu einem gewissen Grad identifizieren können, Highsmith dagegen sei ihr vollkommen wesensfremd – nach Mirrens Worten eine äußerst schroffe und zurückgezogene Frau.
Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP beschrieb Mirren die Rolle als Reise in die Psyche einer Autorin, die im Alter verbittert und isoliert gewesen sei. Sie selbst habe im Leben die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen. Hinzu kam ein handwerkliches Problem: Weil Highsmith in ihren letzten Lebensjahren kaum noch öffentlich auftrat, gibt es nur wenig Film- und Tonmaterial von ihr. Mirren suchte ihre Anhaltspunkte deshalb in den wenigen erhaltenen Interviews und Aufnahmen.
Ihre Weltpremiere feierte die Verfilmung von Joanna Murray-Smiths Bühnenstück „Switzerland“ im September beim Toronto International Film Festival. Die ersten Kritiken aus den US-Fachmedien fallen freundlich aus: „Deadline“ nannte Mirrens Highsmith „fesselnd“, Caryn James vom „Hollywood Reporter“ lobte einen raffiniert verschachtelten Psycho-Thriller, in dem Mirren „meisterhaft“ spiele und Anton Corbijn in Bestform inszeniere. Einen Einwand hat James allerdings: Die Frage, wie viel des Geschehens nur in Highsmiths Kopf stattfindet, werde angerissen, aber nicht ausgeführt. Auch Alden Ehrenreich als Literaturagent und Olivia Cooke werden hervorgehoben.

Deutschland bekommt Mirren noch vor dem Kinostart persönlich zu sehen. Das Filmfest Hamburg (24. September bis 3. Oktober) verleiht ihr am 29. September den Douglas-Sirk-Preis für ihre Verdienste um die Filmkultur; im Anschluss zeigt das Festival „Ein Talent fürs Morden“. Festivalleiterin Malika Rabahallah würdigt Mirrens Fähigkeit, selbst ikonischen Figuren Widersprüchlichkeit, Humor und Menschlichkeit zu verleihen. Vor ihr erhielten den Preis unter anderem Clint Eastwood, Jodie Foster, Tilda Swinton, Wim Wenders und Sandra Hüller.
„Ein Talent fürs Morden“ startet am 5. November 2026 im Verleih von Tobis in den deutschen Kinos. Regie führte Anton Corbijn („Control“, „A Most Wanted Man“), das Drehbuch schrieb Joanna Murray-Smith nach ihrem eigenen Stück. Neben Helen Mirren, Alden Ehrenreich und Olivia Cooke spielen Juliet Stevenson und James Faulkner. Der Film läuft 106 Minuten.
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