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04.02.2026
Das biografische Sport-Drama „Ferrari“ ist für Regie-Ikone Michael Mann nicht der erhoffte Kassenerfolg geworden. Obwohl der Film über den legendären italienischen Sportwagenbauer Enzo Ferrari, gespielt von Adam Driver, positive Kritiken erhielt, floppte das Werk in Amerika.
Das Prestige Michael Manns und die allgemeine Bekanntheit des legendären italienischen Autobauers Ferrari reichten nicht aus, um das Publikum in den USA und Kanada anzulocken. Mit Produktionskosten von 90 Millionen Dollar ist das Biopic „Ferrari“ auf dem besten Weg, Manns kommerziell erfolglosester Film zu werden – mit seinem 2015er Flop „Blackhat“, der 70 Millionen Dollar kostete und weltweit nur 19,6 Millionen einspielte, als Referenzwert.
Hohe Kosten, wenig Einnahmen in Nordamerika für „Ferrari“
„Ferrari“ startete in Nordamerika am Weihnachtstag (25.12.23) und spielte am Eröffnungstag in den USA nur rund 2,9 Millionen Dollar ein und landete damit auf Platz 6 des Tages – weit hinter den ebenfalls an Weihnachten gestarteten „The Boys In The Boat“ und „Die Farbe Lila“ mit Eröffnungseinnahmen von 5,7 Millionen (Platz 4 des Tages) bzw. 18,1 Millionen Dollar (Platz 1 des Tages).
Am Tag nach Weihnachten lag „Ferrari“ mit Einnahmen von rund 1,5 Millionen Dollar an achter Stelle. Dieser Trend setzte sich am 27. und 28. Dezember mit jeweils 1,2 Millionen Dollar fort. Am Wochenende vom 29. bis 31. Dezember kam das Drama auf 3,9 Millionen Dollar (Platz 8) und insgesamt nun auf 10,8 Millionen Dollar. Nach drei Wochen Spielzeit ist das Biopic auf Platz 17 abgefallen und liegt insgesamt bei 17,5 Millionen Dollar. Am Ende der Kinolaufzeit erlöste „Ferrari“ in Nordamerika 18,6 Millionen Dollar - viel zu wenig für das stattliche Budget von 90 Millionen.
Eine Faustregel der Branche besagt, dass ein Film weltweit etwa das Doppelte seines Budgets einspielen muss, um keinen Verlust zu machen. Rund um den Globus hat „Ferrari“ bisher nur rund 23 Millionen Dollar eingespielt, wobei der internationale Markt außerhalb von Nordamerika nur etwa 7,5 Millionen Dollar beisteuerte. In Nordamerika liegt Michael Manns neuestes Werk derzeit bei 16,0 Millionen Dollar.
Vergleich zu „Le Mans 66“ führt in die Irre
Vor „Ferrari“ war der „Heat“-Regisseur als ausführender Produzent an dem biografischen Sport-Drama „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ beteiligt, einer Hommage an Rennsportlegenden, in deren Mittelpunkt der Autodesigner Carroll Shelby und der britische Fahrer Ken Miles, gespielt von Matt Damon und Christian Bale, stehen. Der Film spielte weltweit rund 225 Millionen Dollar ein und erhielt vier Oscar-Nominierungen.
Die Ähnlichkeiten zwischen „Ferrari“ und „Le Mans 66“ (Originaltitel: „Ford v Ferrari“) haben zweifellos den Kinoerfolg von „Ferrari“ beeinträchtigt. Obwohl die Filme unterschiedlich sind, könnte die Wahrnehmung von Ähnlichkeiten dazu geführt haben, dass das Publikum nicht bereit war, zwei Filme mit ähnlich klingenden Titeln zu unterstützen. Zudem unterscheidet sich die Darstellung von Enzo Ferrari in den beiden Filmen erheblich, was die emotionale Bindung zu „Ferrari“ erschwert.
Der finanzielle Misserfolg von „Ferrari“ ist nicht nur auf eine grundlegende Fehleinschätzung von „Le Mans ’66“ zurückzuführen, sondern unterstreicht auch, dass Michael Mann trotz Meisterwerken wie „Heat“ oder „The Insider“ Schwierigkeiten hat, ein großes Publikum zu erreichen. Nur zwei seiner Filme, „Collateral“ (220,2 Millionen Dollar) und „Public Enemies“ (214,1 Millionen), spielten weltweit mehr als 200 Millionen Dollar ein, während mit „Heat“ (187,4 Millionen), „Miami Vice“ (163,8 Millionen) und „Der letzte Mohikaner“ (143,5 Millionen) immerhin drei weitere Filme die 100- Millionen-Marke überschritten. Seit dem Thriller „Collateral“ (mit Tom Cruise) im Jahr 2004 hat Mann allerdings keinen Kassenerfolg mehr erzielt.
Kaum „Ferrari“-Hoffnung für Deutschland, aber „Heat 2“ kommt
Und für Deutschland gibt es für die Fans von Michael Mann wenig Hoffnung auf Besserung. Hierzulande hat „Ferrari“ weder Startdatum noch einen Verleih. Als nächstes will sich der 80-Jährige der Fortsetzung seines ikonischsten Films widmen: „Heat“! In dem Sequel „Heat 2“ wird Adam Driver in die Rolle des jungen Neal McCauley schlüpfen, der im Original genial von Robert DeNiro verkörpert wurde. Die Romanvorlage schrieb Mann selbst.
So erfolgreich waren die Kinofilme von Michael Mann:
| Filmtitel | Einspielergebnis Nordamerika | Einspielergebnis weltweit | Besucher in Deutschland | Budget |
|---|---|---|---|---|
| Blackhat (2015) | 8,0 Millionen Dollar | 19,7 Millionen Dollar | 123.445 | 70 Millionen Dollar |
| Public Enemies (2009) | 97,1 Millionen Dollar | 214,1 Millionen Dollar | 674.788 | 100 Millionen Dollar |
| Miami Vice (2006) | 63,5 Millionen Dollar | 163,8 Millionen Dollar | 1.121.934 | 135 Millionen Dollar |
| Collateral (2004) | 101,0 Millionen Dollar | 220,2 Millionen Dollar | 950.851 | 65 Millionen Dollar |
| Ali (2001) | 58,2 Millionen Dollar | 87,8 Millionen Dollar | 342.388 | 107 Millionen Dollar |
| The Insider (1999) | 29,1 Millionen Dollar | 60,3 Millionen Dollar | 107.495 | 60 Millionen Dollar |
| Heat (1995) | 67,5 Millionen Dollar | 187,4 Millionen Dollar | 1.072.366 | 60 Millionen Dollar |
| Der letzte Mohikaner (1992) | 75,5 Millionen Dollar | 143,5 Millionen Dollar | 830.086 | 40 Millionen Dollar |
| Manhunter – Roter Drache (1986) | 8,6 Millionen Dollar | unbekannt | – | 15 Millionen Dollar |
| Die unheimliche Macht (1983) | 4,2 Millionen Dollar | unbekannt | – | 6 Millionen Dollar |
| Der Einzelgänger (1981) | 11,5 Millionen Dollar | unbekannt | – | 5,5 Millionen Dollar |