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04.02.2026
Der Oscar-Favorit „Emilia Pérez“ polarisiert Kritiker, Medien und Publikum gleichermaßen. Während das Musical-Drama von der Presse gefeiert und für viele Filmpreise nominiert wird, stößt es bei einem Großteil des Publikums auf Ablehnung.
Vor der Oscarverleihung am 2. März 2025 polarisiert kaum ein Film so sehr wie Jacques Audiards Musical-Gangster-Drama „Emilia Pérez“. Dabei geht es nicht nur um die rassistischen und islamfeindlichen Tweets der Hauptdarstellerin Karla Sofía Gascón, die bereits der Oscar-Kampagne des Films schweren Schaden zugefügt haben. Der Ärger um das Werk selbst begann schon zuvor. Während Kritiker und Medien den Film als kühnes Meisterwerk feiern und ihn mit Preisen überhäufen, zeigt sich das Publikum äußerst reserviert.
Bei den diesjährigen Golden Globes konnte „Emilia Pérez“ gleich vier Trophäen gewinnen und zählte damit zu den großen Siegern des Abends. Zoe Saldana wurde als „Beste Nebendarstellerin“ ausgezeichnet, während des Werk in der Kategorie „Bester Film – Musical/Komödie“ sowie als „Bester nicht-englischsprachiger Film“ triumphierte. Auch der „Beste Titelsong“ wurde prämiert und sorgte für einen weiteren Höhepunkt der Preisverleihung.
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Krasse Gegensätze zwischen Kritikern und Publikum
Die Diskrepanz zwischen Kritikermeinungen und Publikumsreaktionen wird auf Aggregatoren-Plattformen besonders deutlich. Bei „Rotten Tomatoes“ erzielt der Film einen guten Kritiker-Score von 72 Prozent, doch die Zuschauerbewertung liegt bei erschreckend niedrigen 17 Prozent! Auch auf IMDb fällt die Resonanz mit einem Zuschauerscore von lediglich 5,6 äußerst schwach aus – ein enttäuschendes Ergebnis für ein hochgelobtes Werk dieses Kalibers.

Trotz eines Produktionsbudgets von 25 Millionen Dollar und intensiver medialer Aufmerksamkeit konnte der Film weltweit nur 14,4 Millionen Dollar einspielen. Während „Emilia Pérez“ in den USA gar nicht erst regulär ins Kino kam und direkt auf Netflix veröffentlicht wurde, lockte er in deutschen Kinos lediglich 174.000 Besucher an. Den größten Erfolg verzeichnete der Film noch in Audiards Heimat Frankreich, wo er 8,1 Millionen Dollar einspielte – in einem Land, das für seine cinephile Kultur bekannt ist.
Zwiespältige Reaktionen und kritisierte Darstellung
Inhaltlich erzählt „Emilia Pérez“ die Geschichte der Anwältin Rita (gespielt von Zoe Saldana), die mit dem Drogenboss Manitas (Karla Sofía Gascón) zusammenarbeitet. Manitas unterzieht sich einer geschlechtsangleichenden Operation und wird zu Emilia Pérez, möchte aber weiterhin Kontakt zu seiner Familie halten. Kritik entzündet sich vor allem an der Darstellung dieser Transformation, die laut „Forbes“ für viele Zuschauer „wie eine Art Verkleidung“ wirkt, um sich vor seiner Frau zu verstecken – eine unglückliche Parallele zu „Mrs. Doubtfire“, die auf sozialen Netzwerken bereits für zahlreiche Memes sorgte.
Auch die musikalische Umsetzung sorgt für gemischte Reaktionen. Die kurzen und oft unzusammenhängenden Gesangseinlagen wirken auf viele Zuschauer „verstörend und wenig überzeugend“.
Bei Kino-Total.net gab es für „Emilia Pérez“ positive Resonanz. Unser Fazit lautete: „Das Thriller-Musical ‚Emilia Pérez‘ ist ein extravagantes und kühnes Werk, das die Grenzen des Genres sprengt und gleichzeitig tiefgründige Themen wie Identität und Veränderung erforscht. Das filmische Chamäleon Jacques Audiard zeigt sich von seiner wildesten Seite und beweist einmal mehr sein außergewöhnliches Talent für visuelles und emotionales Erzählen. Trotz kleiner Schwächen bleibt der Film ein herausragendes Kinoerlebnis, das mitreißt.“
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Oscar-Liebling trotz Publikumsablehnung
Trotz der harschen Publikumsreaktionen bleibt „Emilia Pérez“ ein Oscar-Favorit und wurde mit beeindruckenden 13 Nominierungen bedacht. Besonders hervorgehoben wird die historische Nominierung von Karla Sofía Gascón als erste Trans-Schauspielerin in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Zoe Saldana überzeugt ebenfalls in ihrer Rolle, wird jedoch im Verlauf der Handlung zunehmend zur Nebenfigur.
Ein weiterer Kritikpunkt der Zuschauer betrifft die angeblich fehlende Authentizität des Films. Regie und Drehbuch stammen von einem französischen Team, und die gesamte Produktion fand auf einer Pariser Soundstage statt, obwohl die Handlung größtenteils in Mexiko angesiedelt ist. Laut Zuschauern wirken Dialoge und kulturelle Nuancen dadurch oft unnatürlich und deplatziert.
Ob „Emilia Pérez“ am Ende tatsächlich als großer Oscar-Gewinner hervorgeht, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass der Film ein außergewöhnliches Beispiel für die immer wieder auftretende Kluft zwischen Kritikerlob und Publikumsmeinung ist – selten war die Diskrepanz so krass wie bei „Emilia Pérez“.