Die besten Filme des Jahres 2025 (von Sophia Förtsch) 29.12.2025

Zum Ende des Jahres präsentieren wir euch die ganz persönliche Top-10-Liste unserer KINO-TOTAL.net-Autoren mit den besten Filmen, die 2025 regulär in den Kinos und im Streaming angelaufen sind. Heute: Sophia Förtsch.

Mein Filmjahr war zwar nicht der Burner, aber auch kein wirklicher Fail. Was für mich 2025 so besonders machte: Ich war zum ersten Mal offiziell als Filmjournalistin auf der Berlinale akkreditiert. Dort, inmitten des winterlichen Berliner Trubels, durfte ich jene filmische Energie spüren, die mich durch das gesamte Jahr getragen hat – und dort begegnete mir auch zum ersten Mal mein späterer Platz 3, der beklemmende „Lurker”.

Auch wenn das Kinojahr zwischen Franchise-Müdigkeit und mutlosen Algorithmus-Produktionen schwankte, gab es sie doch: die Momente, in denen das Kino wieder atmete, schwitzte und uns den Boden unter den Füßen wegzog. Wir haben eine Rückkehr zum physischen, haptischen Kino erlebt – weg von steriler CGI-Glätte, hin zu echter, roher Magie.

Die Top 5: Meine absoluten Highlights

Platz 1: „Warfare“ (Regie: Alex Garland & Ray Mendoza)

Mein unangefochtener Film des Jahres. „Warfare” ist kein Film, den man sich einfach ansieht – es ist eine Erfahrung, die man überstehen muss. Alex Garland („Civil War“) und der ehemalige Navy SEAL Ray Mendoza liefern keine heroische Kriegs-Action, sondern eine fast unerträglich intensive Rekonstruktion eines Gefechts von 2006. Der Kriegsfilm nach wahren Begebenheiten, zeigt eine Trupper junger Navy-Seals während der Besetzung eines Hauses im Irak. Der an einem Tag und größtenteils in Echtzeit spielende Film wird von seinem großartigen Ensemble um Will Poulter, Joseph Quinn, Kit Connor und Charles Melton getragen. Jedes Schussgeräusch fühlt sich wie ein Schlag in die Magengrube an. Es ist ein technisches und emotionales Meisterwerk, das zeigt, wie radikal ehrlich das Medium Film sein kann.

Platz 2: „Wicked: Teil 2“ (Regie: Jon M. Chu)

Was für eine emotionales Finale! Nachdem der erste Teil die Welt von Oz brillant aufgebaut hat, erntet „Wicked: Teil 2” nun die dramatischen Früchte. Jon M. Chu ist das Kunststück gelungen, die Broadway-Wurzeln zu ehren und gleichzeitig ein visuelles Epos zu schaffen, das Themen wie Manipulation und Ausgrenzung erschreckend aktuell verhandelt. Wenn Cynthia Erivo und Ariana Grande singen, blieb im Kinosaal kein Auge trocken. Der Musical-Film besticht nicht nur durch eine epochale Kinematografie und opulente Gesangsnummern, seine wahre Stärke liegt vor allem in der intelligenten Erzählweise.

Platz 3: „Lurker“ (Regie: Alex Russell)

Diesen Film werde ich nie vergessen, da er meine Berlinale-Premiere markierte. „Lurker” ist eine messerscharfe Sezierung unserer modernen Obsessionen. Théodore Pellerin als Fan, der sich in das Leben eines Popstars drängt, spielt diesen Fanatismus so unheimlich, dass man sich im Kinosessel unwillkürlich wegduckt. „Lurker“ ist mehr als nur ein Drama; er ist eine Reflexion über die dunkle Seite der Popkultur und die Rolle der sozialen Medien. Regisseur Alex Russell greift Themen wie Identität, Machtdynamiken und die performative Natur von Beziehungen auf. „Lurker“ zeigt, wie schnell aus Bewunderung eine gefährliche Obsession werden kann. Er wirft wichtige Fragen nach den Grenzen der Faninteraktion, den Gefahren des Stalkings und der Suche nach Relevanz in einer zunehmend digitalisierten Welt auf.

Platz 4: „Eternity“ (Regie: David Freyne)

David Freyne hat mit „Eternity” bewiesen, dass die romantische Komödie noch lange nicht tot ist – sie musste nur ein bisschen neu erfunden werden. Die Idee eines Jenseits, in dem man sich für eine einzige Erinnerung entscheiden muss, in der man die Ewigkeit verbringt, ist so simpel wie genial. Dazu kommt eine Dreiecks-Liebesgeschichte. Ein visuelles Gedicht über das Loslassen und die Frage, was am Ende eines Lebens wirklich zählt. „Eternity“ ist eine sehenswerte RomCom, die durch ihr einzigartiges Setting und einen wunderbaren Haupt- und Nebencast besticht. Besonders Elizabeth Olsen trägt den emotionalen Kern des Films und wird von Miles Teller und Callum Turner perfekt ergänzt und unterstützt. Wer eine Komödie sucht, die abseits der gängigen RomCom-Pfade wandelt, sollte David Freynes Reise in die Endlosigkeit nicht verpassen.

Platz 5: 22 Bahnen (Regie: Mia Maariel Meyer)

Die Literaturverfilmung des Jahres und großartiges deutsches Kino. Mia Maariel Meyer hat es mit „22 Bahnen” geschafft, die Chlorluft und die drückende Sommerhitze aus Caroline Wahls Roman direkt in den Kinosaal zu transportieren. Luna Wedler als Tilda, die zwischen der Verantwortung für ihre Schwester und dem eigenen Freiheitsdrang ihre Bahnen zieht, ist das Herzstück dieses Films. Es ist ein Drama, das sich auf die Stärke seiner Charaktere, die Kraft der Bilder und die leisen, aber bedeutungsvollen Momente verlässt. Es berührt, ohne kitschig zu sein, und regt zum Nachdenken an, ohne zu moralisieren. Ein Film über die Last familiärer Verantwortung, die leise, aber unerschütterliche Hoffnung und die mutige Suche nach dem eigenen Platz im Leben.

Platz 6: „September 5

Platz 7: „No Hit Wonder

Platz 8: „Jurassic World: Wiedergeburt

Platz 9: „Drachenzähmen leicht gemacht

Platz 10: „Der Hochstapler - Roofman

Ausblick: Worauf ich mich 2026 besonders freue

Mein Blick ist bereits auf die kommenden Monate gerichtet, und mein Notizbuch für 2026 ist schon jetzt prall gefüllt. Das neue Jahr beginnt adlig, wenn „Bridgerton“ Ende Januar mit Staffel 4 zu Netflix zurückkehrt, dicht gefolgt von der zweiten Staffel von „The Artful Dodger“, die im Februar auf Disney+ für gaunerhaften Charme sorgen wird. Im Frühjahr erwartet uns zudem dann ein modisches Großereignis mit „Der Teufel trägt Prada 2“, während Andrew Garfield uns in der Enid-Blyton-Adaption „Der Wunderweltenbaum” („The Magic Faraway Tree”) in fantastische Höhen entführt.

Der Kinosommer 2026 verspricht intellektuelle und visuelle Highlights gleichermaßen: Steven Spielbergs mysteriöser Sci-Fi-Film „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ wird im Juni sicher für Gesprächsstoff sorgen, kurz bevor Christopher Nolan mit seiner Star-besetzten Version von „Die Odyssee” die Antike auf die Leinwand bringt. Für die nötige Leichtigkeit zwischendurch sorgen Produktionen wie „Der perfekte Urlaub“, der animierte Sport-Film „G.O.A.T.” oder das völlig unerwartete Comeback der Focker-Sippe in „Meet The Parents 4”, bei dem sogar Ariana Grande mit von der Partie ist. Außerdem freue ich mich auch über den ein oder anderen Blockbuster: Von „Die Tribute von Panem: Sunrise On The Reaping” über einen neuen „Spider-Man“- Film bis hin zum dritten Teil von „Jumanji”.

Fazit: 2025 hat uns gezeigt, dass die großen Gefühle am besten auf der großen Leinwand funktionieren. Ob im Krieg im Irak, in einem Freibad in der Provinz oder in der Smaragdstadt – das Kino lebt von der Unmittelbarkeit und der Leidenschaft derer, die diese Geschichten erzählen. Wir sehen uns 2026 in der ersten Reihe!

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