Die besten Filme des Jahres 2025 (von Carsten Baumgardt) 30.12.2025

Zum Ende des Jahres präsentieren wir euch die ganz persönlichen Top-10-Liste unserer KINO-TOTAL.net-Autoren mit den besten Filmen, die 2025 regulär in den Kinos und im Streaming angelaufen sind. Heute: Carsten Baumgardt.

Blickt man auf meine persönliche Kino-Top-10 des Jahres 2025, fällt die Qualität der Filme etwas schlechter aus als im Vorjahr. Bei den 5-Sterne-Wertungen gewinnt 2024 mit vier Filmen („Anora“, „Poor Things“, „Challengers – Rivalen“ und „Dune – Part Two“) zu zwei Filmen („One Battle After Another“ und „Der Brutalist“) aus dem Jahr 2025. Auch bei den weiteren Wertungen der Top 10 hat das Vorjahr die Nase vorn. Während in dieser Zeitspanne 4,5 Sterne für Platz 10 notwendig waren, sind dieses Jahr für Platz 8 auch 4 Sterne ausreichend. Deshalb hat es auch Joseph Kosinskis hochgradig unterhaltsamer PS-Kracher „F1” mit Brad Pitt als bestes Guilty Pleasure des Jahres auf Platz 10 geschafft.

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Trotzdem war 2025 kein verlorenes Jahr. Ich war zum 13. Mal bei der Berlinale akkreditiert und im Februar 2026 folgt dann Nummer 14! Aber auch hier gilt: Es gab sicherlich schon bessere Berlinale-Jahrgänge als 2025. Nur ein Film aus diesem Festival hat es in meine persönliche Top-10-Liste geschafft: das großartige Krankenhaus-Drama „Heldin“ von Regisseurin Petra Volpe. Radu Judes Drama „Kontinental '25“ hat die Top 10 hingegen nur hauchdünn verpasst. Und Timothée Chalamet bei der Europapremiere des Bob-Dylan-Biopics „Like a Complete Unknown“ im seltsamen rosa Trainingsanzug zu sehen, war äußerst unterhaltsam.

Enttäuschungen des Jahres 2025

Auch 2025 gab es Enttäuschungen, allerdings relativ wenige, da ich inzwischen selektiv ins Kino gehe und somit selten enttäuscht werde. Die beiden größten Downer des Jahres waren für mich der hanebüchene Jason-Statham-Klopper „A Working Man“ und die müde Kult-Fortsetzung „Happy Gilmore 2“ mit Adam Sandler.

Riesig gefreut hatte ich mich auch auf das überraschende Comeback von Bernd Stromberg im Kino. Doch trotz einiger netter Ansätze hat mich „Stromberg – Wieder alles wie immer“ enttäuscht. Besonders, weil Regisseur Arne Feldhusen und Drehbuchautor Ralf Husmann die Figur Stromberg am Ende mit dem angedeuteten Suizidversuch böse verraten haben – quasi der Quote wegen, um im Stil des missglückten Metaansatzes des Films zu bleiben.

Die besten Serien 2025: Von „Adolescence” bis „The White Lotus”

Bevor wir zu den Top-10-Filmen kommen, lohnt sich ein kurzer Blick auf meine Top-Serien 2025: Die beste Serie des Jahres war für mich das Jugend-Drama „Adolescence”, dicht gefolgt von den Krimis „Dept Q” und „Task”. Aber auch „Untamed” und „Paradise” habe ich sehr gern geschaut. Und endlich konnte ich die kompletten drei Staffeln von „The White Lotus“ nachholen – grandios! Die dritte Staffel, die schließlich auch in das Jahr 2025 fällt, hatte mit Sam Rockwells unfassbar verrücktem „I’d like to be an Asian Girl“-Monolog in Episode 5 („Vollmondparty“) die fünf besten Serienminuten des Jahres zu bieten. Instant-Kult!

Aber nun kommen meine Top 10 des Kinojahres 2025:

1. „One Battle After Another“ (Paul Thomas Anderson)

Es hat eine knappe halbe Stunde gedauert, bis ich bei „One Battle After Another“ aufgesprungen bin, aber dann gab es kein Halten mehr. Paul Thomas Andersons Film ist so großartig, wild und unterhaltsam, dass einem irgendwann nur noch das Staunen bleibt. „One Battle After Another“ ist ein intensiver und vielschichtiger Film, der politische Radikalisierung, familiäre Brüche und gesellschaftliche Spannungen über viele Genres hinweg furios miteinander verbindet. Der höchst eigenwillige, überwältigende satirische Paranoia-Thriller fordert Aufmerksamkeit, provoziert Reflexion und balanciert geschickt zwischen Tragik und schwarzer Komik. Paul Thomas Andersons sperriges Meisterwerk ist so widersprüchlich wie seine Figuren: voller Wut und Ironie – ein wuchtiger Ritt durch die Trümmer gescheiterter Utopien. „One Battle After Another“ ist politisches Kino, das trotz seiner Parteinahme nicht belehrt, sondern erschüttert – ein Werk über die Schönheit der verlorenen Sache und die Notwendigkeit, trotzdem weiterzumachen.

2. „Der Brutalist“ (Brady Corbet)

Während Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“ trotz seiner enormen Schwere leichtfüßig wirkt, ist Brady Corbets monumentales Epos „Der Brutalist“ ein tonnenschweres Kinoereignis – sperrig, kompromisslos und überwältigend. Über fast drei Stunden entfaltet sich die Lebensgeschichte eines jüdisch-ungarischen Architekten, der nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA neu beginnt und mit seiner radikalen Vision von Architektur buchstäblich Beton gewordene Traumata errichtet. Corbet inszeniert das als eindrucksvoll komponiertes, von Anfang bis Ende durchdachtes Kino-Koloss-Werk, das sich Zeit nimmt, seine Figuren, ihre Brüche, Obsessionen und Verletzungen präzise herauszuarbeiten. „Der Brutalist“ ist dabei alles andere als trockene Kunsthistorie – es ist ein wuchtiges, emotional forderndes Drama über Macht, Anpassung, Identität und die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn die Gebäude stehen bleiben, die ihn überlebt haben. „Der Brutalist“ verlangt viel, gibt aber noch mehr zurück: Er ist intellektuell anregend, formal brillant und emotional zermürbend – ein echtes Schwergewicht, das lange nachhallt und völlig zurecht meine zweite 5-Sterne-Wertung des Jahres erhalten hat.

3. „The Order“ (Justin Kurzel)

Leider nicht im Kino, dafür aber im Streaming bei Amazon Prime zu sehen ist Justin Kurzels eindringliches, kluges und atmosphärisch herausragendes Thriller-Drama „The Order“. Vor der grandiosen Kulisse der rauen Landschaft im Nordwesten der USA entfaltet sich ein beklemmendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei und Terroristen, in dem Loyalität, Radikalisierung und moralische Erschöpfung aufeinanderprallen. Regisseur Justin Kurzel verbindet darin historische Genauigkeit mit erzählerischer Spannung und schafft ein meisterhaftes Werk, das gleichermaßen fesselt und beunruhigt. Es ist getragen von starken Darstellerleistungen und einer konsequent nüchternen Inszenierung. Zwischendurch liefert der Australier sogar einen Hauch von „Heat“-Vibes. Meinen Lieblingsfilm zu referenzieren, kann nichts Schlechtes sein.

Jude Law in „The Order“ (© Amazon Prime Video)
Jude Law in „The Order“ (© Amazon Prime Video)

4. „A House Of Dynamite“ (Kathyrn Bigelow)

Wer landet auf Platz 3? Auf den letzten Metern konnte sich „The Order“ durchsetzen – nach einem Re-Watch! Knapp außerhalb der Top 3 liegt nun „A House of Dynamite“, allerdings nur, weil Kathryn Bigelow am Ende der Mut ausging. Die Regisseurin beweist erneut ihre herausragende Fähigkeit, politische Themen in intensive, körperlich spürbare Filmkunst zu verwandeln. Ihr nervenzerrender Polit-Thriller ist keine reißerische Warnung mit erhobenem Zeigefinger, sondern ein stilles, eindringliches Plädoyer für Verantwortung. Der Film kommt ohne Pathos und übertriebene Effekte aus, erweist sich in Bezug auf die letzte Konsequenz jedoch als Makel eines ansonsten nahezu perfekten Films.

5. „Heldin“ (Petra Volpe)

6. „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ (Zach Cregger)

7. „Warfare“ (Alex Garland, Ray Mendoza)

8. „Juror #2” (Clint Eastwood)

9. „After The Hunt” (Luca Guadagnino)

10. „F1” (Joseph Kosinski)

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