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04.02.2026
Zum Ende des Jahres präsentieren wir euch die ganz persönliche Top-10-Liste unserer KINO-TOTAL.net-Autoren mit den besten Filmen, die 2024 regulär in den Kinos und im Streaming angelaufen sind. Heute: Sophia Förtsch.
Mein Kinojahr 2024 war nicht so ganz das, was ich mir eigentlich erhofft hatte. Nicht, dass es keine guten und hervorragenden Filme gab, aber es hat mich ehrlich gesagt eher zu den Streamingdiensten Netflix & Co. gezogen. In meiner Top-10-Liste hat sich auch die ein oder andere Serie eingeschlichen. Denn: Mein absolutes Highlight in diesem Jahr war kein Film, sondern die Fortsetzung der Netflix-Erfolgsserie „Bridgerton“.
2024 gab es für mich eine Vielzahl beeindruckender Filme und Serien, die mein Herz berührten, mich zum Nachdenken angeregt oder mir einfach pure Unterhaltung geboten haben. Der Funke zu der EINEN Filmperle ist allerdings bei nur einem Film aus meiner Liste übergesprungen.
Hier sind meine Top-10-Highlights des Jahres, die zweifellos einen Eindruck bei mir hinterlassen haben:
1. „Bridgerton – Staffel 3“ (Netflix)
Die dritte Staffel der Erfolgsserie setzte wieder neue Maßstäbe in Sachen Romantik, Drama und Kostümkunst. Dieses Mal rückten Penelope Featherington (Nicola Coughlan) und ihre turbulente Beziehung zu Colin Bridgerton (Luke Newton) ins Zentrum. Der Charme der Serie blieb ungebrochen, während die komplexen Figuren und ihre emotionalen Konflikte mich in ihren Bann zogen. Wenn Fiktion mich zum Nachdenken bringt, ist sie gut. Wenn sie mich derart berührt, dass es unter die Haut geht, ist sie brillant. Ich habe gelacht, geweint, war erstaunt, geschockt und von den erotischen Szenen auch sehr angetan. Ich habe die Figuren und ihre Emotionen gespürt, mit ihnen gelitten und mich gefreut.
In „Bridgerton“ wird uns eine Welt aufgezeigt, die fernab jeder Realität ist. Die größte Sorge der Figuren ist, ihr Ansehen zu wahren und sich einen Namen in der Gesellschaft zu machen. Und warum funktioniert die Serie dennoch? Es ist wohl der Eskapismus, der seinen Großteil dazu beiträgt. Es ist genau diese Utopie, die man sehen möchte. Dort gibt es keine Kriege, keine Krisen, keinen Rassismus und auch sonst keine Probleme, mit der sich die Zuschauenden in ihrer eigenen Realität auseinandersetzen müssen. Nicht mal Armut wird gezeigt. Es herrscht -abgesehen vom geschlechtsspezifischen Gefälle - eine skurrile, aber dennoch sehr angenehme Harmonie und diverse Gesellschaft.
Hautfarbe, Ethnie, Behinderungen, Körperformen, sexuelle Orientierungen: alles egal. In der Welt von „Bridgerton“ hat jeder eine Chance auf Liebe. Die Hauptdarsteller Nicola Coughlan und Luke Newton haben die Serie auf das nächste Level gebracht. Von allen bisherigen Staffeln ist diese mit Abstand die Beste. Die Erzählung der Figuren ist sowohl auf verbaler wie auch nonverbaler Ebene so tiefgründig, emotionsgeladen und spannend wie nie zuvor. Die Dynamik und die dramaturgischen Spannungsbögen der Folgen werden bis zum Staffelfinale gehalten. Ein Marathon der Gefühle, der eine untrennbare emotionale Verbindung zwischen der Geschichte von “Polin” und dem Publikum schafft.
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2. „The Six Triple Eight” (Netflix)
Ich persönlich bin von Filmen nach wahrer Begebenheit immer sehr angetan. Meine diesjährige Filmperle ist von Regisseur Tyler Perry. „The Six Triple Eight“ erzählt die wahre und bisher weitgehend unbekannte Geschichte des 6888. Bataillons, einer rein weiblichen und fast ausschließlich afroamerikanischen Einheit der US-Army im Zweiten Weltkrieg. Diese außergewöhnlichen Frauen wurden mit einer scheinbar einfachen, aber entscheidenden Aufgabe betraut: Sie sollten die riesige Menge an ungeöffneter Post sortieren, die sich in Europa angesammelt hatte. Inmitten von Diskriminierung, schwierigen Arbeitsbedingungen und einem vom Krieg gezeichneten Europa bewiesen diese Frauen außergewöhnlichen Einsatz und Durchhaltevermögen.
Was macht diesen Film für mich zur Filmperle? Das Drama fokussiert sich auf die unsichtbaren Heldinnen: Er bringt die Geschichte dieser Frauen ans Licht, die lange Zeit übersehen wurde. Er zeigt die Herausforderungen, denen schwarze Frauen in einer von Männern dominierten Welt und während des Krieges gegenüberstehen mussten. Zudem unterstreicht er die Bedeutung von Kommunikation und Verbindung, insbesondere für Soldaten an der Front.
„The Six Triple Eight" ist ein inspirierender Film über Mut, Widerstandsfähigkeit und die Kraft der menschlichen Verbindung. Er erinnert uns daran, dass Geschichte oft von denjenigen geschrieben wird, die an der Macht sind, und dass es noch viele ungeschriebene Geschichten gibt, die es zu entdecken gilt. Er war nicht nur historisch lehrreich, sondern auch emotional bewegend. Herausragende Darbietungen und eine kraftvolle Inszenierung machen diesen Film für mich zu einem der besten Biopics des Jahres.

3. „Konklave“ (Kino)
Edward Bergers „Konklave“ entführt uns in die geheimnisvolle Welt einer Papstwahl. Mit Ralph Fiennes in der Rolle eines zweifelnden Kardinals wird das Geschehen zu einem furios-packenden Polit-Thriller, der sowohl fesselt als auch zum Nachdenken anregt – eine fiktive Story, die einen Spiegel auf sehr reale und aktuelle Fragen wirft, mit denen die katholische Kirche und andere Institutionen konfrontiert sind. Ein Meisterwerk! Der grandiose Vatikan-Thriller kombiniert historische Fakten mit fiktionalen Elementen und schafft eine dichte Atmosphäre von Spannung und Intrigen. Es ist ein gelungener oscarreifer Politfilm, der durch seine spannende Handlung, die starken schauspielerischen Leistungen und seine Atmosphäre überzeugt. Meine ausführliche Kritik könnt ihr hier lesen!
4. „The Day Of The Jackal” (Sky)
„The Day Of The Jackal“ ist eine moderne Adaption des gleichnamigen Romans von Frederick Forsyth. Die Serie erzählt die Geschichte eines meisterhaften Auftragskillers, der nur als „Der Schakal“ bekannt ist. Dieser wird von einer rechtsextremen Gruppe angeheuert, um einen hochrangigen Politiker zu töten.
Die Handlung dreht sich um eine spannende Katz-und-Maus-Jagd durch Europa. Der Schakal, meisterhaft gespielt von Eddie Redmayne, ist ein wandelndes Chamäleon, das seine Identität ständig verändert, um seinen Verfolgern zu entkommen. Seine Gegnerin ist die britische Geheimdienstoffizierin Bianca (Lashana Lynch), die alles daransetzt, den Schakal zu fassen und seine Pläne zu vereiteln.
Was für mich die Serie so klasse macht: ihre intensive Atmosphäre, die starken Charaktere und natürlich Eddie Redmayne, als erstklassiger Verwandlungskünstler und Charakterdarsteller.
5. „Carry-On“ (Netflix)
6. „Alles steht Kopf 2“ (Kino)
7. „Damsel“ (Netflix)
8. „The Zone of Interest” (Kino)
9. „Back To Black” (Kino)
10. „Challenger – Rivalen” (Kino)
Fazit zu meinem Filmjahr: 2024 war ein Jahr der Kontraste für mich als Filmliebhaberin. Während das Kino mit einigen interessanten Filmen aufwarten konnte, hat mich vor allem das Streamingangebot mit seinen vielfältigen Serien und Filmen überzeugt. Während ich im Kino einige sehenswerte Filme entdeckt habe, waren es vor allem die Serien, die mich dieses Jahr besonders begeistert haben. Besonders die Fortsetzung von „Bridgerton“ hat meine Erwartungen voll übertroffen und mich emotional tief berührt. Insgesamt war es ein Jahr, in dem ich mich sowohl in fiktive Welten entführen lassen konnte, als auch durch wahre Geschichten inspirieren ließ.