Die besten Filme des Jahres 2024 (von Alexander Querengässer) 25.12.2024

Zum Ende des Jahres präsentieren wir euch die ganz persönlichen Top-10-Liste unserer KINO-TOTAL.net-Autoren mit den besten Filmen, die 2024 regulär in den Kinos und im Streaming angelaufen sind. Heute: Alexander Querengässer.

Für mich war 2024 ein gutes Kinojahr. 2023 war zwar mit Giuseppe Tornatores Doku über Ennio Morricone fulminant gestartet, enttäuschte dann jedoch zunehmend. Insbesondere die großen Film Franchises konnten mich mit „The Expendables 4“ oder „The Equalizer 3“ nicht überzeugen, ehe „Napoleon“ einen echten Tief- als Schlusspunkt unter das Jahr setzte.

Dennoch war auch 2024 die Vorfreude groß, denn eine Reihe großer Regisseure kündigten vielversprechende Projekte an. Michael Mann, George Miller, Denis Villeneuve und Kevin Costner haben aus meiner Sicht ordentlich abgeliefert, wobei die Platzierung ihrer Filme in der folgenden Liste etwas mehr davon abhängt, inwiefern ihre Filme meine Erwartungshaltung getroffen haben, als von ihrer Qualität an sich.

Hohe Erwartungen an „Gladiator II“

Trotzdem blieben kleinere Enttäuschungen auch dieses Jahr nicht aus. So hatte ich große Hoffnung, dass „Napoleon“ sich als Ausrutscher des von mir eigentlich geschätzten Ridley Scott erweisen würde, aber auch „Gladiator II“ hat mich nicht wirklich mitgerissen. Ich erwartete ein Remake nach dem Motto „Größer-lauter-besser“, musste aber feststellen, dass auch die bombastischer angelegten Kampfszenen nicht automatisch mehr Unterhaltungswert haben als jene aus dem Original.

Wie der neue „Gladiator“ überzeugte mich auch „Terrifier 3“ vom Skript her nicht. Ich fand den zweiten Teil trotz gewisser Längen gut inszeniert und stimmig. Teil 3 war eine irgendwann ermüdende Aneinanderreihung von Goreszenen und auch wenn ich von solchen Filmen keine tiefgründige Handlung erwarte, so muss es einen Faden geben, der alles zusammenhält und dieser fehlte mir hier einfach.

Wie man es besser macht, zeigen zwei Genrevertreter aus Ostasien, die mit Actionschauwerten überzeugen und einfache, aber dennoch spannende Geschichten präsentieren. Diese erfuhren jedoch nur eine begrenzte Auswertung in unseren Kinos, ebenso, wie Stefano Sollimas „Adagio“. Ich persönlich würde mir mehr Raum für solche Filme wünschen, die von den Blockbustern aus den USA auf einen Nischenplatz verdrängt werden. Der Markt gibt es her, an mir gingen jedoch einige namhafte Filme des vergangenen Jahres vorüber.

Meine Top 10

1. „Ferrari“ (Michael Mann, USA 2024)

Wenn mein Platz 1 eine Enttäuschung beinhaltet, dann nur die, dass ich Michael Manns neuestes Meisterwerk nicht auf der großen Leinwand bewundern konnte, da ein deutscher Kinostart irgendwann ad acta gelegt und der Film gleich bei Amazone Prime geparkt wurde. Dabei gehört Mann zu den wenigen Regisseuren, deren visueller Stil die große Leinwand zur Entfaltung braucht. „Ferrari“ besticht jedoch nicht nur durch seine Bildkomposition, sondern eine gute Story. Wirkte Manns Blick auf seine Figuren in seinen jüngsten Filmen mitunter etwas unterkühlt, weiß der von Adam Driver hervorragend gespielte Enzo Ferrari den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. „Ferrari“ ist meines Erachtens Manns bester Film seit „Heat“ und lässt mich hoffen, dass dieser Klassiker durch ihn noch eine Fortsetzung findet.

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2. „City Of Darkness“ (Soi Cheang, Hongkong/China 2024)

„City of Darkness“ war für mich der Überraschungshit des Jahres. Gute Kritiken und Sammo Hung lockten mich in den Film, der ebenfalls nur eine begrenzte Auswertung erfuhr. Meine Erwartungen waren nicht übermäßig hoch, glaubt man doch, in Sachen Martial-Arts-Action schon alles gesehen zu haben. Doch „City Of Darkness“ überzeugte durch atemberaubende Choreographien. Die Action ist hier und da bewusst over the top, was dem Vergnügen aber keinen Abbruch tut und die zunächst simpel dargereichte Geschichte gewinnt durch ein paar geschickt gesetzte Rückblenden an Komplexität und kann somit bis zum Ende unterhalten.

Kevin Costner in „Horizon“ (© Tobis)
Kevin Costner in „Horizon“ (© Tobis)

3. „Horizon – An American Saga“ (Kevin Costner, USA 2024)

Der Film, auf den ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe. Kevin Costner hat mich auch als Regisseur schon immer überzeugt. Zwar ist „Horizon“ nicht sein bester Film, aber immer noch so fesselnd, dass er mich zwei Mal ins Kino gelockt hat. Die finale Einordnung des auf vier Teile angelegten Werkes fällt zwar nicht leicht, dennoch kann der erste Film in vielen Punkten unterhalten. Sicherlich gibt es die eine oder andere Szene oder Nebenhandlung, die der Western nicht braucht, aber Costners Umgang mit Spannungsmomenten setzt immer wieder kleine Highlights und die uramerikanische Story von der Besiedlung des Westens wird durchaus intelligent eingeleitet.

4. „The Round Up – Punishment“ (Heo Myeong-haeng, Südkorea 2024)

Der vierte Einsatz für Kommissar Ma, der mitunter schon als koreanische Antwort auf Bud Spencers Plattfuß angesehen wird. Für mich einer der besten Filme der Reihe, auch weil Hauptdarsteller Don Lee als Darsteller langsam mehr Profil gewinnt. Gekonnt mischt der Film beinharte Action mit komischen Momenten. Der Cop-Thriller wird hier nicht erfunden, aber die Stilmittel des Genres einfach richtig gut in einem neuen Franchise zusammengefasst.

5. „Furiosa – A Mad Max Story” (George Miller, USA 2024)

Der vorherige „Mad Max“ war schon ordentliche Unterhaltung, auch wenn die Neuauflage von George Millers Erfolgstrilogie eher als „Endzeit-Fantasy“, denn als klassischer Endzeitfilm bezeichnet werden kann. „Furiosa“ setzt das fulminante World Building aus „Mad Max“ konsequent in grandiosen Bildern fort. Neben der viel gelobten Anya Taylor-Joy überzeugte dabei vor allem Chris Hemsworth als skurrile, aber durchaus bedrohliche Schurkenfigur.

6. „Adagio” (Stefano Sollima, Italien 2023)

Stefano Sollima hat Italien wieder mit Erfolg in die internationale Kinolandschaft zurückgeholt. Seine Filme beleben die klassischen italienischen Genres des Polit-, Mafia- und Polizeithrillers neu. Der Film über Väter und Söhne, Schuld und Sühne trägt sowohl inhaltlich als auch visuell Sollimas Handschrift und weicht von den amerikanisch geprägten Sehgewohnheiten ab.

Timothée Chalamet und Zendaya in „Dune: Part Two“ (© Warner Bros.)
Timothée Chalamet und Zendaya in „Dune: Part Two“ (© Warner Bros.)

7. „Dune: Part Two“ (Denis Villeneuve, USA 2024)

Denis Villeneuves Fortsetzung der Space-Opera ist ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk höchster Güteklasse. Dass er nicht weiter vorn auf dieser Liste landet, liegt daran, dass mich der erste Teil noch mehr überzeugt hat – vielleicht, weil Teil 2 nicht so viel Neues zum World Building zu bieten hatte – und weil das Ende dann doch ein wenig hastig und unrund wirkte, weil wahrscheinlich allen Beteiligten nicht klar war oder ist, ob ein dritter Teil kommen wird und wie er aussehen soll.

8. „Die Schule der magischen Tiere 3“ (Sven Unterwaldt Jr., Deutschland 2024)

Die Familie war sich einig: Teil 3 ist der bisher beste Film. Das deutsche Fantasy-Franchise überzeugt durch schöne Kulissen, eine spannende Story mit sympathischen Figuren und handwerkliche Qualität.

9. „The Dead Don´t Hurt“ (Viggo Mortensen, USA/Mexiko/Großbritannien 2023)

Zur Verkürzung der Wartezeit auf „Horizon“ konnte man Viggo Mortensens neuen Western sehen, der eine überraschend gute Auswertung erfahren hat. Der Film vom Schicksal einer selbstbestimmten Frau im wilden Westen bietet eine solide Geschichte, allerdings fand ich sie nicht derartig innovativ, wie einige andere Kritiker. Die von Brüchen gekennzeichnete Liebesbeziehung von Holger Olsen und Vivienne LeCoudy wird von Mortensen in schönen, ruhigen Bildern erzählt. Einzig der Showdown am Ende weiß nicht so recht zu überzeugen.

10. „Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt“ (Davide Ferrario, Italien 2022)

Wie 2023 lockte mich auch dieses Jahr eine Doku über einen italienischen Künstler in die Kinos. Bibliophile können diesen Einblick über eine der interessantesten Privatbibliotheken der Welt mit Staunen genießen.

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