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09.09.2026
Selbst Steven Spielberg, Martin Scorsese und Francis Ford Coppola sind vor finanziellen Desastern nicht sicher. Diese zehn Filme wurden zu spektakulären Flops ihrer Regiekarrieren.
Große Regisseure sind normalerweise ein Versprechen an Hollywood: Ihr Name steht für Prestige, Stars und im Idealfall auch für volle Kinokassen. Doch selbst Steven Spielberg, Martin Scorsese, Ridley Scott oder Francis Ford Coppola haben Filme gedreht, die finanziell zum Desaster wurden. Manche dieser Flops kosteten ein Studio einen dreistelligen Millionenbetrag, andere veränderten sogar die Karriere ihres Regisseurs.
Dabei lässt sich ein Kinoflop nicht einfach berechnen, indem man das Produktionsbudget vom weltweiten Einspielergebnis abzieht. Von den Kinoeinnahmen bleibt nur ein Teil beim Studio, gleichzeitig kommen Marketing-, Vertriebs- und Finanzierungskosten hinzu. Die folgenden Beispiele orientieren sich deshalb, soweit verfügbar, an veröffentlichten Schätzungen der tatsächlichen Verluste.
Kaum ein Film verkörpert den Begriff Kinoflop so eindrucksvoll wie „Cutthroat Island“. Renny Harlin hatte mit „Stirb langsam 2“ und „Cliffhanger“ bereits bewiesen, dass er große Actionfilme inszenieren konnte. Für das Piratenabenteuer mit Geena Davis und Matthew Modine wurde schließlich ein Budget von 100 Millionen Dollar aufgerufen. Zeitgenössische Berichte gingen sogar von bis zu 105 Millionen Dollar Produktionskosten aus, hinzu kamen erhebliche Marketingausgaben.
Das Ergebnis war verheerend: Weltweit spielte „Cutthroat Island“ lediglich rund 18,3 Millionen Dollar ein. Guinness World Records bezifferte den damaligen Nettoverlust von Carolco auf knapp 105 Millionen Dollar.
Inflationsbereinigt entspricht das heute einem noch deutlich höheren Betrag. Der Flop war nicht nur für Harlin ein Rückschlag. „Cutthroat Island“ wurde zu einem der Filme, die den ohnehin angeschlagenen Produzenten Carolco Pictures endgültig in Schwierigkeiten brachten.
Bei „Furiosa: A Mad Max Saga” ist der Begriff Flop besonders bitter, weil der Film keineswegs als misslungen galt – auch KINO-TOTAL.net vergab in der Kritik 4 von 5 Sterne. George Miller kehrte nach dem Erfolg von „Mad Max: Fury Road“ in seine postapokalyptische Welt zurück und lieferte erneut einen aufwendigen Genrefilm. An den Kinokassen blieb das Interesse jedoch weit hinter den Erwartungen zurück.
„Furiosa“ kostete 168 Millionen Dollar und spielte weltweit etwa 174,4 Millionen Dollar ein. Branchenvertreter schätzten zunächst, dass der Film 350 bis 375 Millionen Dollar einspielen müsse, um profitabel zu werden. „Deadline“ kam 2025 nach Einbeziehung sämtlicher Kosten und Erlöse auf einen Verlust von rund 119,6 Millionen Dollar für das Studio und seine Finanzierungspartner.
Damit wurde ausgerechnet der Nachfolger eines Oscar-prämierten Kultfilms zu einem der größten finanziellen Misserfolge seiner Zeit.

Martin Scorsese und ein großer 3D-Familienfilm: Schon diese Kombination war ungewöhnlich. „Hugo Cabret“ war 2011 ein aufwendiges Abenteuer über einen Waisenjungen, der in einem Pariser Bahnhof lebt und dort auf die Geschichte des Filmpioniers Georges Méliès stößt.
Paramount investierte zwischen 156 Millionen Dollar (nach Steuergutschrifen) ins reine Filmbudget. Weltweit kamen rund 185,8 Millionen Dollar zusammen. Das reichte angesichts der Produktions- und Marketingkosten nicht aus: „Filmsite“ beziffert den Nettoverlust auf rund 91 Millionen Dollar.
Ironischerweise gehört „Hugo“ heute zu den Filmen, die Scorseses Leidenschaft für die Filmgeschichte besonders deutlich zeigen. Finanziell aber war das Projekt ein erheblicher Fehlschlag.
Ang Lee gehört zu den wenigen Regisseuren, die sowohl mit Autorenfilmen als auch mit großen Hollywoodproduktionen erfolgreich waren. „Tiger & Dragon“, „Brokeback Mountain“ und „Life Of Pi“ brachten ihm Oscars und internationales Renommee. „Gemini Man“ sollte 2019 dagegen vor allem mit technischer Innovation punkten.
Will Smith spielte einen Auftragskiller, der auf eine jüngere Version seiner selbst trifft. Das ambitionierte Digital-Double und die aufwendige Produktion trieben das Budget auf rund 138 Millionen Dollar. Weltweit spielte der Film etwa 173,5 Millionen Dollar ein. „Filmsite“ schätzt den daraus entstandenen Nettoverlust auf mehr als 111 Millionen Dollar.
Damit wurde „Gemini Man“ zu einem Beispiel dafür, dass selbst ein großer Star und ein Oscar-Regisseur keine Garantie dafür sind, dass ein technologisch ambitionierter Blockbuster sein Publikum findet.
John McTiernan hatte mit „Predator“, „Stirb langsam“ und „Jagd auf Roter Oktober“ einige der wichtigsten Actionfilme Hollywoods inszeniert. „Der 13. Krieger“ sollte an diese Erfolge anknüpfen – und entwickelte sich stattdessen zu einem finanziellen Fiasko.
Die Produktions- und Marketingkosten werden je nach Quelle auf 100 bis 160 Millionen Dollar geschätzt. Weltweit spielte der Film nur rund 61,7 Millionen Dollar ein. Die Schätzungen für den Verlust reichen deshalb von etwa 69 bis 129 Millionen Dollar.
Besonders problematisch war die komplizierte Produktionsgeschichte. Nach Testvorführungen wurden umfangreiche und teure Nachdrehs vorgenommen, die Kosten weiter stiegen und das Projekt immer stärker aus dem ursprünglichen Rahmen lief.
Michael Mann ist einer der großen Stilisten des modernen amerikanischen Kinos. „Heat“, „Collateral“ und „The Insider“ haben seinen Ruf als Autorenfilmer mit einem ausgeprägten Gespür für Thriller und Kriminalgeschichten gefestigt.
„Blackhat“ wurde 2015 trotzdem zu einem spektakulären kommerziellen Absturz. Der Film kostete 70 Millionen Dollar und spielte weltweit nur etwa 19,7 Millionen Dollar ein. Noch gravierender war die Rechnung für Legendary: Das Unternehmen nahm laut damaligen Berichten eine 90-Millionen-Dollar-Abschreibung auf den Film vor.
Für einen Regisseur wie Mann war das ein besonders deutlicher Kontrast zwischen künstlerischem Renommee und kommerziellem Ergebnis.

Wenn ein Regisseur von „Der Pate“ und „Apocalypse Now“ ein persönliches 120-Millionen-Dollar-Projekt verwirklicht, ist das zunächst ein Ereignis. Wenn dieses Projekt anschließend weltweit nur rund 14,3 Millionen Dollar einspielt, wird daraus eine der spektakulärsten finanziellen Geschichten des modernen Kinos.
„Megalopolis“ war allerdings kein gewöhnlicher Studioblockbuster. Francis Ford Coppola finanzierte einen großen Teil des Projekts selbst und ging damit ein erhebliches persönliches finanzielles Risiko ein. „Deadline“ errechnete nach Einbeziehung von Kosten und Einnahmen einen Verlust von rund 75,5 Millionen Dollar.
Gerade deshalb gehört der Film in diese Liste: Nicht Hollywood setzte hier alles auf einen großen Namen. Der große Name setzte selbst alles auf seinen Film.
Kein Film steht so exemplarisch für die Gefahren grenzenloser Regieautonomie wie „Heaven's Gate“. Michael Cimino war nach dem Oscar-Erfolg von „The Deer Hunter“ einer der wichtigsten Regisseure des New Hollywood. Für sein Western-Epos erhielt er zunächst ein Budget von rund 11,6 Millionen Dollar. Am Ende kostete die Produktion United Artists mehr als 35 Millionen Dollar; inklusive Werbung und Vertrieb belief sich die Abschreibung schließlich auf 44 Millionen Dollar.
Der Film spielte kaum Geld ein und wurde nach seinem katastrophalen Kinostart zunächst sogar zurückgezogen. Die Folgen gingen weit über den einzelnen Film hinaus: „Heaven's Gate“ wurde zu einem Symbol für die Krise von United Artists und trug dazu bei, dass sich Hollywood von der Regisseure-zentrierten Ära der 1970er-Jahre verabschiedete. Welch bittere Ironie: Der Spät-Western ist ein filmisches Meistwerk – unverstanden zu seiner Zeit.
Ridley Scott ist vielleicht das beste Beispiel dafür, dass ein großer Regisseur nicht automatisch ein großes Publikum garantiert. „Alien“, „Blade Runner“, „Gladiator“ und „Der Marsianer“ zeigen, wie unterschiedlich Scott große Kinofilme gestalten kann.
„The Last Duel“ war ebenfalls ambitioniert: 100 Millionen Dollar Produktionsbudget, Matt Damon, Adam Driver, Jodie Comer und Ben Affleck sowie eine aufwendige mittelalterliche Inszenierung. Weltweit kamen jedoch nur rund 30,6 Millionen Dollar zusammen. „Filmsite“ schätzt den Nettoverlust auf etwa 99 Millionen Dollar.
Der Film erschien zudem mitten in der Pandemiephase, als erwachsene Kinodramen besonders schwer zu verkaufen waren. Ausgerechnet ein Regisseur, der jahrzehntelang für großes Kino stand, erlebte damit einen seiner größten kommerziellen Rückschläge.
Steven Spielberg und ein Musical-Klassiker – eigentlich eine Kombination, die kaum sicherer wirken konnte. Doch „West Side Story“ wurde 2021 zum unerwarteten Kassenproblem.
Spielbergs Neuverfilmung kostete rund 100 Millionen Dollar und spielte weltweit nur etwa 76 Millionen Dollar ein. Marktanalysten gingen davon aus, dass der Film wegen Marketing und weiterer Kosten rund 300 Millionen Dollar hätte einspielen müssen, um die Gewinnschwelle annähernd zu erreichen.
Das Bemerkenswerte daran: Der Film wurde keineswegs als misslungen wahrgenommen. Im Gegenteil, Spielberg erhielt viel Anerkennung für seine Inszenierung. Trotzdem blieb das Publikum aus. „West Side Story“ zeigt damit besonders deutlich, dass künstlerisches Renommee und wirtschaftlicher Erfolg zwei völlig verschiedene Dinge sein können.
Die Geschichten dieser zehn Filme unterscheiden sich erheblich. „Heaven's Gate“ steht für die exzessive Produktionsweise des New Hollywood, „Cutthroat Island“ für das Risiko gigantischer Budgets und „Blackhat“ für den Absturz eines etablierten Regisseurs in einem modernen Studioumfeld. „Furiosa: A Mad Max Saga“ wiederum zeigt, dass selbst ein gefeiertes Franchise nicht automatisch ein großes Publikum garantiert.
Und genau darin liegt das eigentlich Bemerkenswerte: Keiner dieser Filme entstand unter der Leitung eines unerfahrenen Regisseurs, der plötzlich ein zu großes Projekt bekam. Hinter ihnen stehen Filmemacher, die Hollywood teilweise über Jahrzehnte geprägt haben.
Ihre Flops erinnern deshalb an eine einfache Wahrheit des Kinogeschäfts: Ein großer Name kann Interesse erzeugen. Er kann aber nicht garantieren, dass das Publikum tatsächlich ein Ticket kauft.