Die 10 größten Kinoflops des Jahres 2024 20.11.2024

2024 war für die Filmindustrie bisher zweifellos wieder ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Während einige Filme Rekorde an den Kinokassen brachen, erlitten andere herbe finanzielle Misserfolge. KINO-TOTAL.net hat die Einspielergebnisse analysiert und die größten Flops des Jahres ermittelt.

Das Kinojahr 2024 brachte neben einigen Überraschungserfolgen auch massive finanzielle Flops hervor. An der Spitze der Misserfolge steht „Megalopolis“, das ambitionierte Herzensprojekt von Francis Ford Coppola. Trotz eines Budgets von 120 Millionen Dollar und enormer Erwartungen konnte das Science-Fiction-Drama mit weltweit nur 13,7 Millionen Dollar nicht einmal annährend seine Produktionskosten decken und schloss mit einem Verlust von 226,3 Millionen Dollar ab.

Anmerkung: Ein Standardmaß für den Erfolg eines Films ist, dass er etwa das Doppelte seines Produktionsbudgets einspielen muss, um profitabel zu sein. Mehr dazu in der ausführlichen Erklärung ganz unten.

„Borderlands“ und „Joker: Folie à Deux“ unter den Megaflops

Kaum besser erging es „Borderlands“, der Verfilmung der beliebten Videospielreihe. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von nur 33 Millionen Dollar und einem Budget von 115 Millionen Dollar blieb der Science-Fiction-Actioner weit hinter den Erwartungen zurück und machte 197 Millionen Dollar Verlust.

Große Franchises blieben ebenfalls nicht verschont: „Joker: Folie à Deux“, die Fortsetzung des gefeierten „Joker“ von 2019, konnte trotz eines Einspielergebnisses von 206,4 Millionen Dollar das Budget von 200 Millionen Dollar nicht ausgleichen. Der Verlust belief sich auf 193,6 Millionen Dollar.

Joaquin Phoenix in „Joker: Folie À Deux“ (© Warner Bros.)
Joaquin Phoenix in „Joker: Folie À Deux“ (© Warner Bros.)

Auch das „Mad Max“-Prequel „Furiosa: A Mad Max Saga“ kam schwer unter die Räder und konnte an den Kinokassen nicht überzeugen. Der Science-Fiction-Actioner spielte weltweit 173,8 Millionen Dollar ein, benötigte aber bei einem Budget von 168 Millionen Dollar weltweit 336 Millionen Dollar, um die Gewinnzone zu erreichen, was einen Verlust von 162,2 Millionen Dollar bedeutete.

„The Fall Guy“ floppt überraschend

Etwas weniger gravierend, aber immer noch schmerzhaft, war das Ergebnis für „The Fall Guy“. Die Verfilmung der Kultserie aus den 1980er Jahren spielte bei einem Budget von 130 Millionen Dollar und einem Break-Even von 260 Millionen Dollar 181,1 Millionen ein - ein Verlust von 78,9 Millionen Dollar.

Auch interessant: Die 10 größten weltweiten Kinoflops des Jahres 2023

Auch kleinere Produktionen blieben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Das Remake von „The Crow“ erreichte mit 24 Millionen Dollar nur knapp ein Viertel seines Break-Even-Ziels von 100 Millionen Dollar und machte ein Minus von 76 Millionen Dollar.

Bill Skarsgård in „The Crow“ (© Leonine Studios)
Bill Skarsgård in „The Crow“ (© Leonine Studios)

Das religiöse Drama „The Book Of Clarence“ spielte weltweit nur 6,2 Millionen Dollar ein und schloss mit einem Verlust von 73,8 Millionen Dollar ab. Auch Kevin Costners Western-Epos „Horizon“ konnte an den Kinokassen nicht überzeugen: Mit einem Verlust von 61,8 Millionen Dollar zeigte sich, dass das Interesse an Westernfilmen weiterhin gering ist.

„Madame Web“ kommt beim Publikum nicht an

Die Comicverfilmung „Madame Web“ enttäuschte trotz eines Einspielergebnisses von 100,5 Millionen Dollar ebenso. Bei einem Break-even von 160 Millionen Dollar blieb der Comic-Film allerdings 59,5 Millionen Dollar unter der Gewinnschwelle. Schließlich gelang es auch der Verfilmung des Kinderbuchklassikers „Harold und die Zauberkreide“ nicht, ein Familienpublikum anzusprechen. Bei einem Einspielergebnis von 31,8 Millionen Dollar und einem Budget von 40 Millionen Dollar schloss der Film mit einem Verlust von 48,2 Millionen Dollar ab.

Top 10 Flops 2024

Platz Filmtitel Einnahmen weltweit in Mio. $ Budget in Mio. $ Break-even in Mio. $ Verlust in Mio. $
1 Megalopolis 13,7 120 240 226,3
2 Borderlands 33,0 115 230 197,0
3 Joker: Folie à Deux 206,4 200 400 193,6
4 Furiosa: A Mad Max Saga 173,8 168 336 162,2
5 The Fall Guy 181,1 130 260 78,9
6 The Crow 24,0 50 100 76,0
7 The Book Of Clarence 6,2 40 80 73,8
8 Horizon 38,2 50 100 61,8
9 Madame Web 100,5 80 160 59,5
10 Harold und die Zauberkreide 31,8 40 80 48,2
Stand: 20.11.2024

Anmerkung: In der Filmbranche gibt es eine Faustregel: Ein Film muss weltweit etwa das Doppelte seines Produktionsbudgets einspielen, um als finanziell erfolgreich zu gelten. Aber warum ist das so? Der Grund liegt in den zusätzlichen Kosten, die neben dem eigentlichen Budget anfallen, und in der Verteilung der Einnahmen. Ein Film hat nicht nur Produktionskosten, sondern auch erhebliche Ausgaben für Marketing und Vertrieb. Diese so genannten P&A-Kosten (Print & Advertising) können je nach Größe des Films 50 bis 100 Prozent des Produktionsbudgets ausmachen.

Ein Film mit einem Budget von 100 Millionen Dollar kann also leicht weitere 50 bis 100 Millionen Dollar an Marketingkosten verursachen, um weltweit beworben und in die Kinos gebracht zu werden. Hinzu kommt, dass die Filmstudios nicht die gesamten Einnahmen aus den Kinoeinnahmen erhalten. Ein erheblicher Teil geht an die Kinobetreiber - je nach Markt können die Studios zwischen 40 und 60 Prozent der weltweiten Einnahmen behalten. In den ersten Wochen eines großen Kinostarts ist der Anteil für die Studios in der Regel höher, nimmt aber mit der Zeit ab.

Keine Kinofilme von Streamern in der Liste

In dieser Liste sind keine Kinofilme von Streaminganbietern vertreten. Die Erfolgsmessung von Filmen wie „Red One“, „Argylle“ oder „To The Moon“ ist schwierig, da sie trotz Kinostart vor allem als Aushängeschild für Streamingplattformen dienen. Statt auf Kinoeinnahmen zielen sie darauf ab, Abonnenten zu gewinnen und zu binden. Die Kinoauswertung ist oft verkürzt und liefert keine aussagekräftigen Zahlen, während die Plattformen keine Daten über Abonnentenzuwachs oder Streamingaufrufe offenlegen. Hinzu kommt, dass teure Produktionen mit Budgets von bis zu 200 Millionen Dollar als langfristige Marketinginvestitionen für die Streamingdienste fungieren. Ohne transparente Einblicke in diese Strategien bleibt die Bewertung des kommerziellen Erfolgs spekulativ.

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