
Deutsche Kinocharts: „Spider-Man“ bleibt vorn und überholt nun „Die Odyssee“
10.08.2026
Teure Blockbuster wurden für Hollywood zuletzt zum Risiko. Nun liefern „Spider-Man: Brand New Day“ und „Die Odyssee“ genau die Kassenerfolge, auf die die Studios dringend angewiesen sind.
Hollywood musste zuletzt mehrfach erleben, dass selbst milliardenschwere Marken keine Erfolgsgarantie mehr sind. Teure Produktionen wie „Joker: Folie à Deux“, „Captain America: Brave New World“ oder „Thunderbolts“ blieben wirtschaftlich hinter den Erwartungen zurück. Immer häufiger wurde deshalb die Frage gestellt: Ist das Zeitalter des Blockbusters vorbei?
Die jüngsten Kinozahlen sprechen eine andere Sprache.
Mit „Spider-Man: Brand New Day“ und „Die Odyssee“ dominieren derzeit gleich zwei Großproduktionen die weltweiten Kinocharts. Zusammen haben sie innerhalb weniger Wochen bereits mehr als 2,5 Milliarden Dollar eingespielt – und beide sind noch längst nicht am Ende ihrer Kinoauswertung.
• Budget: 275 Mio. Dollar
• Weltweites Einspiel: 1,665 Mrd. Dollar
• Nordamerika: 655,1 Mio. Dollar
• Deutschland: 2,66 Mio. Besucher
• Metacritic: 66/100
• IMDb: 8,2/10

• Budget: 250 Mio. Dollar
• Weltweites Einspiel: 1.104.8 Mio. Dollar
• Nordamerika: 461,2 Mio. Dollar
• Deutschland: 2,58 Mio. Besucher nach fünf Tagen
• Metacritic: 88/100
• Rotten Tomatoes (Kritiker): 94 Prozent
• Rotten Tomatoes (Publikum): 97 Prozent
• IMDb: 8,5/10
Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Zahlen wird oft unterschätzt. Beide Produktionen zählen mit gigantischen Budgets von 275 bzw. 250 Millionen Dollar zu den teuersten Filmen des Jahres.
Nach der Faustregel der Branche müssen Filme ungefähr das Doppelte ihres Produktionsbudgets einspielen, um Produktions-, Marketing- und Vertriebskosten zu decken. Dieses Ziel haben beide Produktionen bereits locker überschritten – obwohl ihre Kinoauswertung noch mehrere Wochen läuft. Für die Studios Sony und Universal ist das ein enorm wichtiges Signal.
Mindestens ebenso interessant wie die Umsätze ist die Resonanz der Zuschauer. „Spider-Man: Brand New Day“ erzielt bei IMDb starke 8,2 Punkte und entwickelt sich trotz etwas verhaltenerer, aber durchaus positiven Kritiken zu einem Publikumsliebling.
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Noch deutlicher fällt das Bild bei „Die Odyssee“ aus. Christopher Nolans Epos vereint außergewöhnlich gute Kritiken mit begeisterten Zuschauerreaktionen. 88 Punkte bei Metacritic, 94 Prozent positive Kritiken und 97 Prozent Zustimmung des Publikums bei Rotten Tomatoes sind für einen Blockbuster dieser Größenordnung außergewöhnlich.
Genau diese Kombination ist selten. Viele Blockbuster erzielen hohe Einnahmen trotz gemischter Kritiken – oder werden gefeiert, bleiben aber an der Kinokasse hinter den Erwartungen zurück. Hier stimmt beides.

Dabei könnten die beiden Filme unterschiedlicher kaum sein. „Spider-Man: Brand New Day“ setzt auf eine der erfolgreichsten Marken der Filmgeschichte. Das Marvel-Abenteuer zeigt, dass Superheldenfilme weiterhin enorme Zuschauerzahlen erreichen können – wenn Geschichte und Figuren das Publikum überzeugen.
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„Die Odyssee“ verfolgt einen völlig anderen Ansatz. Christopher Nolan macht aus einem antiken Epos ein spektakuläres Kinoereignis und beweist einmal mehr, dass auch originäre Regievisionen im Blockbusterformat weltweit funktionieren können. Nolan ist einer der ganz wenigen, vielleicht sogar der einzige Filmemacher, denen Hollywood heute noch ein 250 Millionen Dollar teures Prestigeprojekt ohne gewachsenes Filmfranchise anvertraut. Der Erfolg von „Die Odyssee“ zeigt, warum.
Die Botschaft für beide Filme ist eindeutig: Das Publikum geht weiterhin ins Kino. Es sucht jedoch Filme, die als Ereignis wahrgenommen werden. Dann sind außergewöhnliche Erfolge noch möglich.
Eine kuriose Parallele verbindet beide Milliardenhits übrigens: Zendaya („Das Drama“) spielt sowohl in „Spider-Man: Brand New Day“ als auch in „Die Odyssee“ eine Rolle – und gehört damit gleich in zwei der erfolgreichsten Kinofilme des Jahres zum Ensemble.
Gleiches gilt auch für ihren Ehemann Tom Holland: Der spielt in „Spider-Man: Brand New Day“ die Hauptrolle und hat einen wichtigen Part als Odysseus Sohn Telemachos in „Die Odyssee“.
Für die Studios kommen diese Megahits zum richtigen Zeitpunkt. In den vergangenen Jahren mussten zahlreiche Großproduktionen ihre hohen Budgets erst mühsam wieder einspielen. Floppt ein Film dieser Größenordnung, summieren sich die Verluste schnell auf dreistellige Millionenbeträge.
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Umso wichtiger sind Filme, die weltweit funktionieren und über Wochen ein großes Publikum anziehen. Genau das leisten derzeit „Spider-Man: Brand New Day“ und „Die Odyssee“.
Trotzdem wäre es verfrüht, das Ende der Krise auszurufen.
Nicht jeder Film mit einem Budget von 250 Millionen Dollar wird automatisch zum Milliardenerfolg. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass bekannte Marken allein nicht mehr ausreichen. Das Publikum wählt heute deutlich genauer aus, für welche Filme sich ein Kinobesuch lohnt.
Gerade deshalb sind die Erfolge von „Spider-Man: Brand New Day“ und „Die Odyssee“ so bemerkenswert. Sie widerlegen nicht nur die These vom sterbenden Blockbuster. Sie zeigen vielmehr, dass großes Eventkino nach wie vor funktioniert – wenn Qualität, Mundpropaganda und das Versprechen eines besonderen Kinoerlebnisses zusammenkommen.
Für Hollywood dürfte das derzeit die wichtigste Botschaft des gesamten Kinojahres sein.