
„Avatar 4“ und „Avatar 5“ beleuchten Ursprung des Avatar-Programms
04.02.2026
Das Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2026 setzt auf vertraute Themen und etablierte Filmschaffende. Große Namen sorgen für Aufmerksamkeit, echte Überraschungen bleiben jedoch rar.
Das Wettbewerbsprogramm der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin (12. bis 22. Februar) vermittelt bereits vor Festivalbeginn ein klares Bild: Die Berlinale setzt auch 2026 auf ein politisch und gesellschaftlich orientiertes Autorenkino. Formale Experimente oder programmatische Neuausrichtungen stehen dabei weniger im Mittelpunkt.
Der Wettbewerb umfasst insgesamt 23 Filme aus mehr als 30 Produktionsländern. Auffällig ist erneut der hohe Anteil internationaler Co-Produktionen, insbesondere unter europäischer Beteiligung. Inhaltlich rücken persönliche und gesellschaftliche Konflikte in den Fokus, häufig verbunden mit Fragen von Identität, familiären Beziehungen, Erinnerung und Trauma.
Den Vorsitz der Jury hat in diesem Jahr Star-Regisseur Wim Wenders (80). Der Festival eröffnet wird der in Hamburg gedrehte „No Good Man“ von Regisseurin Shahrbanoo Sadat. Das Werk läuft in der Sektion Berlinale Special. Internationale Regiehandschriften
Zu den bekannten Namen im diesjährigen Line-up zählen Kornél Mundruczó („At The Sea“), Angela Schanelec („Meine Frau weint“), Alain Gomis („Dao“), Mahamat-Saleh Haroun („Soumsoum, la nuit des astres“), Karim Aïnouz („Rosebush Pruning“) sowie Warwick Thornton („Wolfram“). Mehrere dieser Filmschaffenden waren bereits zuvor im Berlinale-Programm vertreten.
Ergänzt wird das Teilnehmerfeld durch weitere international etablierte Regisseurinnen und Regisseure wie Ulrike Ottinger, Markus Schleinzer sowie das österreichische Duo Tizza Covi und Rainer Frimmel. Der Wettbewerb vereint damit unterschiedliche filmische Handschriften aus Europa, Nordamerika, Asien und Afrika.
Auf der Besetzungsebene setzt das Festival auf internationale Präsenz. Zu den Mitwirkenden gehören unter anderem Amy Adams, Juliette Binoche, Ethan Hawke, Russell Crowe, Elle Fanning, Channing Tatum und Rupert Grint. Die prominente Besetzung sorgt für mediale Aufmerksamkeit über das klassische Festivalpublikum hinaus.
Inhaltlich zeigt sich eine Konzentration auf zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftliche Spannungsfelder. Viele Beiträge beschäftigen sich mit familiären Strukturen, individuellen Entscheidungsprozessen, politischem Druck oder dem Verhältnis zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Historische Stoffe wie „Rose“ von Markus Schleinzer oder „Wolfram“ von Warwick Thornton stehen dabei neben zeitgenössischen Familiendramen, biografischen Annäherungen und sozial geprägten Erzählungen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten.
Formale Vielfalt ist im Wettbewerb punktuell vertreten. Dazu zählen das japanisch-französische Animationsprojekt „A New Dawn“, der dokumentarisch angelegte Beitrag „YO – Love is a Rebellious Bird“ sowie der finnische Film „Yön Lapsi“, der Elemente des Genrekinos integriert.
Insgesamt dominiert jedoch ein klassisches erzählerisches Kino, das auf klar strukturierte Dramaturgien und figurenorientierte Erzählweisen setzt und unterschiedliche kulturelle Perspektiven miteinander verbindet.
„A New Dawn“ Regie: Yoshitoshi Shinomiya, Land: Japan / Frankreich, Mit: Riku Hagiwara, Kotone Furukawa, Miyu Irino
„At the Sea“ Regie: Kornél Mundruczó, Land: USA / Ungarn, Mit: Amy Adams, Murray Bartlett, Chloe East
„À voix basse“ Regie: Leyla Bouzid, Land: Frankreich / Tunesien, Mit: Eya Bouteraa, Hiam Abbass, Marion Barbeau
„Dao“ Regie: Alain Gomis, Land: Frankreich / Senegal / Guinea-Bissau, Mit: Katy Correa, D’Johé Kouadio, Samir Guesmi
„Dust“ Regie: Anke Blondé, Land: Belgien / Polen / Griechenland / Vereinigtes Königreich, Mit: Arieh Worthalter, Jan Hammenecker, Anthony Welsh
„Etwas ganz Besonderes“ Regie: Eva Trobisch, Land: Deutschland, Mit: Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau
„Everybody Digs Bill Evans“ Regie: Grant Gee, Land: Irland / Vereinigtes Königreich, Mit: Anders Danielsen Lie, Bill Pullman, Laurie Metcalf
„Gelbe Briefe“ Regie: İlker Çatak, Land: Deutschland / Frankreich / Türkei, Mit: Özgü Namal, Tansu Biçer, İpek Bilgin
„Josephine“ Regie: Beth de Araújo, Land: USA, Mit: Channing Tatum, Gemma Chan, Mason Reeves
„Kurtuluş“ Regie: Emin Alper, Land: Türkei / Frankreich / Niederlande / Griechenland / Schweden / Saudi-Arabien, Mit: Caner Cindoruk, Berkay Ateş, Feyyaz Duman
„Meine Frau weint“ Regie: Angela Schanelec, Land: Deutschland / Frankreich, Mit: Vladimir Vulević, Agathe Bonitzer, Birte Schnöink
„Moscas“ Regie: Fernando Eimbcke, Land: Mexiko, Mit: Teresita Sánchez, Bastian Escobar, Enrique Arreola
„Nina Roza“ Regie: Geneviève Dulude-de Celles, Land: Kanada / Italien / Bulgarien / Belgien, Mit: Galin Stoev, Ekaterina Stanina, Chiara Caselli
„Queen At Sea“ Regie: Lance Hammer, Land: Vereinigtes Königreich / USA, Mit: Juliette Binoche, Tom Courtenay, Florence Hunt
„Rose“ Regie: Markus Schleinzer, Land: Österreich / Deutschland, Mit: Sandra Hüller, Caro Braun, Godehard Giese
„Rosebush Pruning“ Regie: Karim Aïnouz, Land: Italien / Deutschland / Spanien / Vereinigtes Königreich, Mit: Callum Turner, Riley Keough, Elle Fanning
„Soumsoum, la nuit des astres“ Regie: Mahamat-Saleh Haroun, Land: Frankreich / Tschad, Mit: Maïmouna Miawama, Ériq Ebouaney, Achouackh Abakar Souleymane
„The Loneliest Man in Town“ Regie: Tizza Covi, Rainer Frimmel, Land: Österreich, Mit: Alois Koch, Brigitte Meduna, Alfred Blechinger
„Wo Men Bu Shi Mo Sheng Ren“ Regie: Anthony Chen, Land: Singapur, Mit: Yeo Yann Yann, Koh Jia Ler, Andi Lim
„Wolfram“ Regie: Warwick Thornton, Land: Australien, Mit: Deborah Mailman, Erroll Shand, Thomas M Wright
„YO – Love is a Rebellious Bird“ Regie: Anna Fitch, Banker White, Land: USA, Mit: Yolanda Shea
„Yön Lapsi“ Regie: Hanna Bergholm, Land: Finnland / Litauen / Frankreich / Vereinigtes Königreich, Mit: Seidi Haarla, Rupert Grint