Sacha Baron Cohen bringt Ali G zurück – und löst schon vor dem Kinostart eine Boykottkampagne aus

Im Dezember 2007 erklärte Sacha Baron Cohen, er lege Ali G und Borat ab. 19 Jahre später steht der Trainingsanzug wieder im Kino – und zwar nicht als Spielhandlung wie 2002, sondern als heimlich gedrehte Mockumentary mit echten, ahnungslosen Gesprächspartnern.

Als Sacha Baron Cohen im Dezember 2007 dem „Daily Telegraph“ erklärte, er lege Ali G und Borat ab, klang das nach einem Schlussstrich – die Figuren waren schlicht zu bekannt geworden, um noch jemanden vor der Kamera hereinzulegen. 19 Jahre später ist der Trainingsanzug zurück: Am 22. Oktober startet „Ali G: Who Iz I?“ in den deutschen Kinos, verliehen von Sony Pictures. Für Baron Cohen ist es mehr als ein Comeback – er hat den Film geschrieben, produziert, gespielt und erstmals auch selbst inszeniert.

Zurück vor die versteckte Kamera

Der eigentliche Bruch zum Vorgänger liegt im Format. „Ali G Indahouse“ war 2002 eine durchgeschriebene Spielhandlung; der neue Film arbeitet nach dem Muster von „Borat“ und „Brüno“. „The Wrap“ berichtet, die Dreharbeiten seien im Geheimen gelaufen, und die Figur treffe auf echte Menschen, die glaubten, an einer richtigen Dokumentation mitzuwirken. „FILMSTARTS.de“ beschreibt dieselbe Rückkehr „zu den Wurzeln der Figur aus der Ali G Show“, „Kino.de“ spricht von einer Entwicklung unter strenger Geheimhaltung. Einer dieser Gesprächspartner steht auch in unserer Besetzungsliste: der pensionierte US-Army-General Stewart Rodeheaver, der sich selbst spielt und im Trailer in einer Interviewszene zu sehen ist.

Eine Boykottkampagne vor dem Start

Seit dem Trailer begleitet den Film eine Debatte, die mit dem Kinostart kaum kleiner werden dürfte. Die Medienbeobachtungsplattform NewsCord ruft Kinos weltweit dazu auf, den Film nicht zu zeigen; der Vorwurf lautet, die Figur bediene überholte und rassistische Stereotype über schwarze Menschen, Jamaikaner und Muslime. Die Zahlen wuchsen binnen Tagen: „The Daily Beast“ nannte am 28. August rund 37.000 Unterstützer, die „Jerusalem Post“ am 31. August über 41.000 E-Mails an 15 große Kinoketten, „Urban Hollywood“ 411 am selben Tag mehr als 45.000 Beschwerden. Die britische Kette Picturehouse teilte mit, sie plane keine Vorführungen – „Variety“ berichtete allerdings, eine endgültige Entscheidung sei nicht gefallen.

Baron Cohens Antwort passt zur Figur

Der Komiker selbst hat die Rückkehr auf X mit genau jenem Reflex angekündigt, der ihn seit den Neunzigern trägt. „In einer Zeit, in der die Karriere eines Komikers durch einen einzigen politisch nicht-korrekten Witz beendet werden kann, dachte ich mir, ich spiele auf Nummer sicher und bringe diesen Typen zurück“, schrieb er zum Trailer – zitiert unter anderem von „The Daily Beast“.

Der Film im Überblick

Produziert und in den USA ausgewertet wird „Ali G: Who Iz I?“ von den Amazon MGM Studios, die schon „Borat Subsequent Moviefilm“ (2020) verantworteten – anders als damals kommt der neue Film jedoch exklusiv ins Kino. Der US-Start liegt auf dem 23. Oktober, der deutsche einen Tag früher. Neben Baron Cohen steht Morgana Robinson als Julie vor der Kamera. Eine FSK-Freigabe und eine offizielle Laufzeit liegen noch nicht vor.

Alle Termine, die Besetzung und unsere Kritik stehen auf unserer Filmseite zu Ali G: Who Iz I?.

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