How To Make A Killing – Todsicheres Erbe – Kritik

Filmkritik

3.5/5

Kritik „How To Make A Killing“: Wenn der Stammbaum zum Schafott wird – Glen Powell räumt mit der Verwandtschaft auf

Er kam, sah und meuchelte! Glen Powell ist zurück – und diesmal geht er in John Patton Fords Thriler-Komödie „How To Make A Killing – Todsicheres Erbe“ über Leichen!

Es gibt Schauspieler, denen man einfach alles verzeiht. Glen Powell ist aktuell das Paradebeispiel dafür. In „How To Make A Killing – Todsicheres Erbe“, dem zweiten Spielfilm von John Patton Ford („Emily The Criminal“), schlüpft er in die Rolle des Becket Redfellow – der Sohn einer verstoßenen Erbin, der sich mit einer Mischung aus sympathischem Grinsen und eiskalter Präzision durch seinen Stammbaum metzelt. Denn was tut man, wenn man aus einem Milliarden-Clan verstoßen wurde? Richtig, man dezimiert die Erbfolge, bis man selbst ganz oben steht. „Wo die Lüge hinfällt“-Star Glen Powell beweist, dass man auch beim systematischen Ausschalten der eigenen Verwandtschaft verdammt charmant aussehen kann. Ein herrlich amoralisches Sehvergnügen über Gier, Familienwerte und die Frage, wie man mit sieben Morden davonkommt – ohne sich die Hände schmutzig zu machen.

Handlung von „How To Make A Killing“: Sieben Hürden bis zum Erbe

In Erwartung seiner Hinrichtung schildert Becket Redfellow (Glen Powell) einem Priester in der Todeszelle seinen moralischen Verfall – beginnend bei einem tragischen Versprechen: Der in Armut aufgewachsene Sohn einer verstoßenen Erbin schwört dieser am Todesbett, sich das Leben und das Vermögen zurückzuholen, das der Redfellow-Clan ihnen verwehrt hatte. Dieser hasserfüllte Feldzug führt ihn als Erwachsener direkt in die luxuriöse Schaltzentrale des Imperiums. Der Haken? Sieben Verwandte stehen noch zwischen ihm und den Milliarden.

Jessica Henwick und Glen Powell in „How To Make A Killing – Todsicheres Erbe“ (© StudioCanal)
Jessica Henwick und Glen Powell in „How To Make A Killing – Todsicheres Erbe“ (© StudioCanal)

Serienmorde und Humor

John Patton Ford inszeniert diesen Rachefeldzug als rücksichtslos unterhaltenden Serienkiller-Thriller, der Moral konsequent über Bord wirft. Das Schöne daran: Trotz der hohen Leichenzahl verzichtet der Filmemacher auf plumpe Schockmomente oder unnötiges Blutvergießen. Stattdessen setzt Ford auf einfallsreiche, fast verspielt inszenierte „Unfälle“, die den Film in ein herrlich makabres Sehvergnügen verwandeln. Ob raffinierte Manipulationen oder technische Finessen – Becket mordet sich mit einer Effizienz nach oben, die ebenso erschreckend wie faszinierend ist.

Viel Glanz, wenig Gewissen – aber verdammt viel Charme

Die Prämisse ist ein klassisches Motiv der Filmgeschichte: „How To Make A Killing“ ist inspiriert von Robert Hamers 1949er Meisterwerk „Adel verpflichtet“. Dass der Film so gut funktioniert, liegt fast ausschließlich an Glen Powell („The Running Man“). Er balanciert diesen Becket perfekt auf dem schmalen Grat zwischen charmanter Witzfigur und skrupellosem Psychopathen. Ihm zur Seite steht eine gewohnt starke Margaret Qualley („Once Upon A Time … In Hollywood“) als Julia Steinway, die das Machtgefüge mit einer Prise Erpressung und Verrat ordentlich durchschüttelt.

Margaret Qualley in „How To Make A Killing“ (© StudioCanal)
Margaret Qualley in „How To Make A Killing“ (© StudioCanal)

Allerdings muss man ehrlich bleiben: Eine tiefgreifende Charakterstudie sollte das Publikum nicht erwarten. Die Thriller-Komödie bleibt an der Oberfläche und verlangt dem Publikum intellektuell wenig ab. Wo das Original von 1949 noch mit beißender satirischer Schärfe und gesellschaftskritischem Gift glänzte, wirkt Fords Version in Sachen schwarzer Humor fast schon ein wenig zu zahm. Die Satire über Gier und soziale Herkunft ist zwar vorhanden, schlägt aber keine tiefen Wunden.

Ein Highlight des Films ist zweifellos das Finale. Die erzählerische Finte, dass Becket ausgerechnet für jenen einen Mord im Todestrakt sitzt, den er nicht begangen hat, sorgt für einen gelungenen Aha-Effekt. Die darauffolgende Wendung gibt dem Film einen angenehmen zynischen Nachgeschmack.

Ed Harris in „How To Make A Killing“ (© StudioCanal)
Ed Harris in „How To Make A Killing“ (© StudioCanal)

Fazit: „How To Make A Killing“ ist eine verdammt solide Thriller-Komödie, die von ihrer eigenen Boshaftigkeit und ihrem Hauptdarsteller lebt. Es ist ein vergnüglicher Ritt durch die Welt der Reichen und Toten. Der Film erreicht vielleicht nicht die satirische Brillanz seiner Vorlage „Adel verpflichtet“, punktet dafür aber mit bissigem Unterhaltungswert und einem Glen Powell in Höchstform. Wer Lust auf eine stilvolle Mörderjagd ohne viel Tiefgang, aber mit viel Charme hat, wird hier bestens bedient.

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