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03.08.2026
Charmanter Schafskrimi für die ganze Familie: „Glennkill“ bringt den Bestseller von Leonie Swann endlich auf die Kinoleinwand.
Als 2005 der Debütroman „Glennkill“ von Leonie Swann die Bestsellerlisten stürmte, war die Skepsis groß: Ein Krimi, in dem eine Herde irischer Schafe ermittelt? Das ungewöhnliche Konzept ging auf – jetzt, über 20 Jahre später, hat Regisseur Kyle Balda („Minions“) den gefeierten Bestseller endlich auf die große Leinwand gebracht. Als Hirte George (Hugh Jackman) unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, übernimmt seine Schafsherde kurzerhand selbst die Ermittlungen, weil der örtliche Dorfpolizist völlig überfordert ist. Und obwohl Fans des Buches vielleicht kurz die Nase rümpfen werden, steht fest: Trotz kleinerer Abweichungen von der Romanvorlage bleibt „Glennkill: Ein Schafskrimi“ ein herzerwärmendes, kurzweiliges Whodunnit-Kinovergnügen und ein absolutes Must-See für die ganze Familie.
Der herzensgute Hirte George Hardy (Hugh Jackman) liebt seine Schafe – und er liest ihnen jeden Abend Krimis vor. Was er nicht ahnt: Seine Herde versteht jedes einzelne Wort und diskutiert danach stundenlang über den Täter. Als George eines Morgens tot auf der Wiese liegt, ist für die Schafe klar: Das war Mord! Da der örtliche Dorfpolizist Tim Derry (Nicholas Braun) komplett überfordert ist und das Einmaleins der Ermittlungsarbeit nicht beherrscht, nehmen die Schafe die Sache selbst in die Hufe. Angeführt von der klugen Schafsdame Lily, dem sturen Widder Sebastian und dem gemütlichen Mopple verlässt die Herde ihre sichere Wiese. Dabei müssen sie feststellen, dass die Menschenwelt weitaus komplizierter ist als in Georges Büchern.

Machen wir uns nichts vor: Wer hier einen komplexen, düsteren Krimi erwartet, ist im falschen Kinosaal. Drehbuchautor Craig Mazin („Chernobyl“) liefert im Kern einen klassischen Whodunit nach Lehrbuch ab. Die Auflösung des Falls ist für erfahrene Krimi-Fans leider recht früh vorhersehbar. Aber – und das ist das große Plus des Films – das stört zu keinem Zeitpunkt! Denn der Film lebt von seiner erfrischenden Perspektive. Die Welt durch die Augen von (animierten) Schafen zu sehen, bringt eine immense Portion Charme, Herz und Humor mit sich.
Ein absoluter Glücksgriff für die deutsche Synchronfassung ist das bewährte Comedy-Duo Anke Engelke (als resolute Lily) und Bastian Pastewka (als gemütlicher Mopple). Die beiden harmonieren perfekt und sind absolute Garanten für gute Laune. Pastewkas vokale Performance als Mopple – dem einzigen Schaf, das traumatische Erinnerungen nicht auf Kommando vergessen kann – ist schlichtweg genial.

Was „Glennkill: Ein Schafkrimi“ über den Status einer reinen Slapstick-Komödie hebt, sind die überraschend tiefgründigen Töne. Innerhalb der Schafherde werden Themen wie Verlust, das Vergessen von unschönen Erinnerungen, gesellschaftliche Ausgrenzung und ein daraus resultierendes, verzerrtes Weltbild verhandelt. Das verleiht den animierten Vierbeinern eine emotionale Tiefe, die man so nicht unbedingt erwartet hätte.
Neben den fantastisch animierten Schafen und Hugh Jackman („Deadpool & Wolverine“) als warmherziger Hirte überzeugt auch das restliche menschliche Ensemble. Allen voran Nicholas Braun („Succession“) als unfähiger Dorfpolizist. Seine Figur entwickelt im Laufe der Ermittlungen eine regelrechte Paranoia gegenüber den scheinbar „dauerglotzenden“ Woll-Detektiven. Die Szenen, in denen er versucht, die Herde zu durchschauen, gehören zu den witzigsten Momenten des gesamten Films.
Fazit: „Glennkill: Ein Schafskrimi“ ist vielleicht keine detailgetreue Eins-zu-eins-Umsetzung des literarischen Geniestreichs von Leonie Swann. Regisseur Kyle Balda und Drehbuchautor Craig Mazin haben die Vorlage spürbar hollywoodgerecht gestrafft und auch simplifiziert. Doch wer kein bierernstes Drama, sondern ein herzerwärmendes, klug geschriebenes Popcorn-Kino-Abenteuer erwartet, wird hier bestens bedient. Ein wunderbar kurzweiliger Familienfilm, der mit viel Witz, Herz und großartigen Sprechern punktet.