
Die weltweit erfolgreichsten Filme 2026: 5 Filme knacken die Milliarden-Dollar-Marke
06.10.2026
Mihai Gheorghiu (Sebastian Stan) und seine norwegische Ehefrau Lisbet (Renate Reinsve) ziehen mit ihren fünf Kindern von Rumänien in ein abgelegenes Dorf an einem norwegischen Fjord, wo Lisbet aufgewachsen ist. Die streng gläubige Familie sucht die Nähe zu Lisbets Verwandten und freundet sich mit den Nachbarn Frida (Lisa Loven Kongsli) und Mats Halberg (Markus Scarth Tønseth) an. Zwischen den Kindern beider Familien entwickelt sich schnell eine enge Freundschaft.
Als Lisbets und Mihais Tochter Elia (Vanessa Ceban) eines Tages mit Verletzungen in der Schule auftaucht, gerät die Familie unter Verdacht. Lehrer und Behörden stellen die strenge religiöse Erziehung der Gheorghius infrage und beginnen, die Familie genauer zu untersuchen. Für Mihai und Lisbet steht plötzlich das Zusammenleben mit ihren Kindern auf dem Spiel.
Was als Untersuchung möglicher Kindesmisshandlung beginnt, entwickelt sich zu einem Konflikt zwischen unterschiedlichen Vorstellungen von Religion, Erziehung und familiärer Verantwortung. Während die Gheorghius ihre Kinder und ihre Lebensweise verteidigen, prallen ihre Überzeugungen auf die gesellschaftlichen und rechtlichen Vorstellungen ihrer neuen Heimat.
„Fjord“ ist der sechste Spielfilm des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu und seine erste englischsprachige Produktion. Gleichzeitig verlegte er die Handlung erstmals vollständig außerhalb Rumäniens. Sebastian Stan und Renate Reinsve spielen das rumänisch-norwegische Ehepaar im Mittelpunkt. Die internationale Koproduktion entstand zwischen Rumänien, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden. Produziert wurde sie unter anderem von Mobra Films, Eye Eye Pictures und Why Not Productions.

Für die norwegische Seite der Produktion wandte sich Mungiu an den Regisseur Joachim Trier, mit dem er bereits zuvor in Kontakt stand. Trier empfahl ihm die Produktionsfirma Eye Eye Pictures, die unter anderem an Triers „Der schlimmste Mensch der Welt“ und „Sentimental Value“ beteiligt war. Dadurch entstand eine Zusammenarbeit zwischen einem rumänischen und einem norwegischen Produktionsteam.
Gedreht wurde im Frühjahr 2025 in Norwegen. Die insgesamt 36 Drehtage erstreckten sich von März bis Mai und wurden bewusst über mehrere Monate verteilt, um unterschiedliche Wetter- und Landschaftsbedingungen einzufangen. Schnee, wechselhaftes Wetter und sogar Erdrutsche gehörten dabei zu den praktischen Herausforderungen der Produktion. Da viele Drehorte in abgelegenen Regionen lagen, mussten Ausrüstung und Fahrzeuge teilweise mit Fähren transportiert werden; bei gesperrten Straßen kamen Boote zum Einsatz.
Mungiu arbeitete bei den Dreharbeiten mit einer reduzierten Inszenierung. Renate Reinsve berichtete, dass der Regisseur einzelne Szenen teilweise in bis zu 40 Takes und jeweils als durchgehende Einstellung drehte. Für sie war die Rolle deshalb technisch besonders anspruchsvoll.
Mit „Fjord“ richtet Mungiu seinen Blick erstmals auf eine Gesellschaft außerhalb Rumäniens. Während seine früheren Filme häufig Konflikte innerhalb rumänischer Institutionen untersuchten, entsteht hier ein Kulturkonflikt zwischen einer aus Rumänien stammenden Familie und dem norwegischen Umfeld. Die Geschichte verbindet damit Fragen nach Erziehung, religiösen Überzeugungen und kultureller Identität mit dem Umgang einer Gesellschaft mit dem Verdacht auf Kindesmisshandlung.
„Fjord“ feierte am 18. Mai 2026 im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes Weltpremiere. Für Mungiu war es die fünfte Teilnahme im Hauptwettbewerb. 2007 hatte er mit „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ bereits die Goldene Palme gewonnen. Mit „Fjord“ erhielt er den Hauptpreis des Festivals zum zweiten Mal. Damit gehört Mungiu zu den wenigen Regisseuren, die die Goldene Palme mehrfach gewonnen haben.
Der deutsche Kinostart ist für den 7. Januar 2027 angesetzt.