In „Chronos – Fluss der Zeit“ folgt Volker Koepp einer Route durch Landschaften und Städte, die sein dokumentarisches Werk seit den 1970er Jahren begleiten. Die Reise führt in die historische Region Sarmatien, einen Raum zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, der von wechselnden Grenzen, kultureller Vielfalt und politischen Brüchen geprägt ist. Stationen sind unter anderem Kaunas in Litauen, Chișinău in der Republik Moldau sowie Tscherniwzi, das frühere Czernowitz, in der Westukraine. Der Film verbindet aktuelle Beobachtungen des Alltags mit Erinnerungen an frühere Begegnungen und Gespräche. Biografien von Menschen, die Koepp teils seit Jahrzehnten begleitet, stehen neben Eindrücken einer Gegenwart, die durch die Folgen der COVID-19-Pandemie und den russischen Krieg gegen die Ukraine bestimmt ist. Rückschau und Gegenwart überlagern sich dabei kontinuierlich.
Die Dreharbeiten begannen im Jahr 2020 und waren ursprünglich auf einen Abschluss 2021 angelegt, wurden jedoch durch die COVID-19-Pandemie mehrfach unterbrochen. Mit der Ausweitung des russischen Angriffs auf die Ukraine verschärften sich die Arbeitsbedingungen zusätzlich. Teile der Aufnahmen in der Ukraine realisierte Koepp unter erschwerten Umständen zeitweise allein, unter anderem mit einem Smartphone.
„Chronos – Fluss der Zeit“ wurde in das Forum-Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin aufgenommen.